Trump | Bildquelle: AP

Nach Telefonat mit Taiwan Trump wettert erneut gegen China

Stand: 05.12.2016 02:43 Uhr

Zuerst das Telefonat mit Taiwan, dann die prompte Rüge aus Peking. Die wollte der designierte US-Präsident Donald Trump offenbar nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Auf Twitter wetterte er jetzt gegen Chinas Währungs- und Militärpolitik.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter zu einer Schimpftirade gegen China ausgeholt und damit womöglich weiteren Unmut aus Peking auf sich gezogen. "Haben die Chinesen uns gefragt, ob es okay ist, ihre Währung abzuwerten, hohe Steuern auf unsere Produkte in ihrem Land zu erlassen (...) oder einen massiven Militärkomplex im Südchinesischen Meer zu bauen? Ich denke nicht!", schrieb der Republikaner.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Did China ask us if it was OK to devalue their currency (making it hard for our companies to compete), heavily tax our products going into..

Der Immobilienmilliardär reagierte damit offenbar auf die scharfe Kritik Pekings an seinem Telefonat am Freitag mit Taiwans Staatschefin Tsai Ing-wen. Die Volksrepublik hatte wegen des Gesprächs in Washington Protest eingelegt und erklärt, es gebe "in der Welt nur ein China". Taiwan sei ein "unveräußerlicher Bestandteil von Chinas Staatsgebiet". Das Ein-China-Prinzip sei die politische Basis für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Die USA müssten deshalb die Taiwan-Frage vorsichtig und sorgfältig behandeln.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
their country (the U.S. doesn't tax them) or to build a massive military complex in the middle of the South China Sea? I don't think so!

Warnung überhört?

Die Reaktionen der chinesischen Regierung waren offenbar als Warnung gedacht, machten sie denn vor allem eins klar: Jeder, der offizielle Beziehungen zu Taiwan pflegt, riskiert den diplomatischen Bruch mit China. Die USA hatten im Zuge ihrer Annäherung an die Volksrepublik 1979 ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen und die Führung in Peking als alleinige Regierung Chinas anerkannt. Zugleich unterhielt die US-Regierung inoffiziell aber stets weiter freundschaftliche Kontakte zu Taipeh.

Trump hatte schon im Wahlkampf nicht mit harten Worten an die Adresse Chinas gespart. So warf er Peking vor, Arbeitsplätze in den USA vernichtet zu haben. Zugleich drohte er damit, chinesische Exportgüter mit Zöllen zu belegen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Dezember 2016 um 09:00 Uhr.

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