Donald Trump | Bildquelle: AFP

Gewalt in Charlottesville Trumps Rolle rückwärts

Stand: 16.08.2017 08:42 Uhr

In seiner Bewertung der Gewalt von Charlottesville ist US-Präsident Trump zu seinen ersten Äußerungen zurückgekehrt. In New York beschuldigte er wieder beide Seiten. Reporter erlebten einen sichtlich aufgebrachten Präsidenten.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Es ist ein bemerkenswerter Auftritt im New Yorker Trump-Tower. Es geht hitzig zu. Der Präsident beantwortet bereitwillig Fragen und liefert seine Begründung, warum er am Wochenende so lange geschwiegen hatte, bis er auf die Ereignisse von Charlottesville reagierte.

Er habe zunächst alle Fakten kennen wollen, behauptet Donald Trump vor den Medienvertretern. Für seine nicht eindeutigen Worte vom Wochenende war er heftig kritisiert worden. In New York verteidigt er seine Worte vehement.

Ein schrecklicher Tag sei das gewesen, so Trump. "Man hatte eine Gruppe auf der einen Seite, die war schlimm. Und man hatte eine Gruppe auf der anderen Seite, die war auch sehr gewalttätig. Und keiner will das sagen. Aber ich spreche es hier aus."

Trump gibt "beiden" Seiten die Schuld an Gewalt in Charlottesville
tagesschau 20:00 Uhr, 16.08.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Gleiche Schuld auf beiden Seiten?

Beide Seiten seien schuld, gleichermaßen, sagt Trump. Für viele ist das eine Relativierung des Rechtsextremismus.

Hinfällig scheint plötzlich seine Erklärung vom Montag, in der er gezielt Rassisten, Neonazis und Ku-Klux-Klan-Anhänger verurteilte. Nicht alle Demonstranten seien Neonazis oder weiße Rassisten gewesen.

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, über die jüngsten Äußerungen Trumps
nachtmagazin 00:25, 16.08.2017

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Eine Frage der Wahrnehmung

Immer wieder betont der Präsident, dass er sehr wohl die Bilder von Charlottesville gesehen habe. Vergangenen Freitag waren dort hunderte Menschen mit Fackeln durch die Straßen gezogen. Es waren klar antisemitische, rassistische Parolen zu hören.

Die Stimmung wurde als wütend und aggressiv beschrieben. Trump nahm sie so wahr: "Schauen Sie, da protestierten Leute sehr ruhig gegen den geplanten Abriss der Statue von Robert E. Lee."

Die Entfernung des Denkmals aus dem Zentrum der Stadt war der Anlass für die Proteste. Robert E. Lee war Südstaaten-General und Verfechter der Sklaverei. Trumps bemerkenswerte Antwort: "Ist George Washington nächste Woche dran und Thomas Jefferson die Woche drauf? Man muss sich wirklich fragen, wo das enden soll."

Keine Distanz zu Alt-Right

Ähnlich provokant könnten auch Vertreter der Alt-Right-Bewegung argumentieren. Die alternative Rechte hat unter Trump an Zulauf gewonnen. Deutlich distanziert hat sich Trump auch gestern nicht.

"Definieren sie mir doch mal Alt-Right", fordert er eine Reporterin auf. Und außerdem: "Was ist mit der Alt-Left?"

Hitzige Pressekonferenz: Trump beharrt auf "Gewalt auf beiden Seiten"
Marc Hoffmann, ARD Washington
16.08.2017 06:48 Uhr

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Und was ist mit Bannon?

Trumps Chefstratege Steven Bannon ist einer der prominentesten Unterstützer der Alt-Right-Bewegung. Seit Wochen wird über Bannons Rauswurf aus dem Weißen Haus spekuliert.

"Wir werden sehen, was mit Herrn Bannon passieren wird", sagt Trump dazu. "Aber er ist eine gute Person. Und ehrlich gesagt, die Presse behandelt ihn sehr unfair."

Bannon sei kein Rassist und über Charlottesville habe er mit Bannon auch nicht gesprochen, versichert der Präsident.

Ku Klux Klan bedankt sich

Beifall bekommt Trump für seine Worte vom früheren Anführer des Ku Klux Klan, David Duke. Er dankt Trump per Twitter dafür, dass er "den Mut habe, die Wahrheit über Charlottesville" zu sagen und "linke Terroristen" zu verurteilen.

David Duke @DrDavidDuke
Thank you President Trump for your honesty & courage to tell the truth about #Charlottesville & condemn the leftist terrorists in BLM/Antifa https://t.co/tTESdV4LP0

Republikaner und Demokraten reagierten dagegen erschrocken auf Trumps neueste Bemerkungen. Der demokratische Senator Richard Blumenthal sprach am Abend im Fernsehsender CNN von einem "entscheidenden Moment für unsere Nation. Wir müssen mehr Empörung äußern. An alle, die leise sind: Schweigen ist nicht Gold. Die Zweideutigkeit ist abscheulich. Wir alle haben eine Verantwortung".

Präsident Trump findet, dass seine Regierung bereits viel getan habe, um die Spaltung der Gesellschaft zu überbrücken, gegen den zunehmenden Rassenhass. Trumps einfache Lösung: Arbeit. Die Leute hätten Jobs und würden so sehr viel Geld verdienen.

alt Richard Trumka | Bildquelle: AP

Noch ein Berater geht

Aus Protest gegen die Äußerungen Trumps zur Gewalt in Charlottesville hat sich nun auch der Chef des größten Gewerkschaftsdachverbands aus einem der Beratergremien des Präsidenten zurückgezogen. "Wir können nicht dem Beirat eines Präsidenten angehören, der Intoleranz und heimischen Terrorismus toleriert", erklärte Richard Trumka von dem Verband AFL-CIO. Er warf Trump vor, mit seinen jüngsten Bemerkungen seine "aufgezwungene" Erklärung zu den Vorfällen vom Vortag zu widerrufen. Zuvor hatten bereits Merck-Chef Kenneth Frazier sowie die Vorstandsvorsitzenden von Intel und Under Armour, Brian Krzanich und Kevin Plank, Trump ihre Unterstützung aufgekündigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. August 2017 um 09:00 Uhr.

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