Donald Trump | Bildquelle: AFP

Trump als US-Präsident Ein Jahr Achterbahnfahrt

Stand: 20.01.2018 03:16 Uhr

Vor einem Jahr wurde Trump in das Amt des 45. US-Präsidenten eingeführt. Einziger roter Faden seiner bisherigen Amtszeit: möglichst viel von dem abreißen, was Obama aufgebaut hat.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Ist es wirklich erst ein Jahr her? Donald Trumps Regierungsstil im mächtigsten Amt der Welt, dem des US-Präsidenten, gleicht einer Achterbahnfahrt. Allein in den vergangenen Wochen sorgte Trump für mehr Aufregung als sein Vorgänger Barack Obama in acht Jahren. "Mein Atomknopf ist größer". "Warum lassen wir so viele Menschen aus Drecksloch-Ländern zu uns?" - zwei seiner Aussagen der vergangenen Wochen.

Trump sucht den Konflikt. Schon in seiner Antrittsrede kündigte er an, den bisherigen Hauptstadt-Betrieb aufzumischen: "Washington ging es prächtig, aber die Bevölkerung hat davon nichts abbekommen. Die Politiker wurden wohlhabender. Aber die Jobs verschwanden und die Fabriken machten dicht."

Stefan Niemann, ARD Washington, über ein Jahr Trump
tagesschau24 18:15 Uhr, 19.01.2018

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Gute Wirtschaftsbilanz

Trump versprach einen Wirtschaftsboom, von dem auch die kleinen Leute profitieren. Die bisherige Bilanz kann sich durchaus sehen lassen, wenn gleich die guten Wirtschaftsdaten nicht allein sein Verdienst sind. Dennoch sorgt seine Steuerreform nicht nur bei den Unternehmen für zusätzlichen Optimismus. Aus Sicht seiner Anhänger ist die gute Wirtschaftslage der größte Erfolg im ersten Amtsjahr. Außerdem die Berufung des konservativen Richters Neil Gorsuch an den Obersten Gerichtshof.

Trumps größte Niederlagen waren, dass es ihm nicht gelang, die Krankenversicherung für alle, Obamacare, wie versprochen abzuschaffen sowie die chaotische Einführung des Einreisestopps für Menschen aus muslimischen Ländern.

Trump spaltet das Land

Trumps größtes Defizit als Präsident: seine Unfähigkeit, Brücken zwischen den Bevölkerungsgruppen zu bauen, was er bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr versprochen hatte: "Egal ob wir schwarz, braun oder weiß sind, wir alle haben das gleiche rote Blut von Patrioten in uns", sagte er damals. Doch Trump spaltet das Land statt es zu versöhnen. Die Verharmlosung rechtsradikaler Gewalt nach den Ausschreitungen von Charlottesville war für viele der Tiefpunkt seines ersten Amtsjahres.

Auch außenpolitisch scheut Trump nicht vor Konfrontation zurück. Den NATO-Verbündeten hält er regelmäßig vor, dass sie mehr für die gemeinsame Verteidigung zahlen müssten. Das Pariser Klimaschutzabkommen kündigte er, trotz oder gerade wegen der weltweiten Proteste.

Wortgefechte mit Nordkorea

Am nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA will er nur festhalten, wenn die Nachbarn Kanada und Mexiko deutliche Zugeständnisse machen. Und dass sich ein US-Präsident Wortgefechte mit Nordkoreas Diktator liefert, auch das galt vor einem Jahr als undenkbar. So sagte Trump Richtung Kim Jong Un: "Wir werden keine Wahl haben, als Nordkorea total zu zerstören. Der Raketen-Mann ist auf einer Selbstmord-Mission für sich und sein Regime."

Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS
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Via Twitter attackiert Trump regelmäßig Nordkoreas Diktator Kim.

Trump folgt keiner langfristigen Strategie, sondern macht Politik nach Bauchgefühl und mit Twitter. Der einzig erkennbare rote Faden, der sich durch das erste Amtsjahr zog: möglichst viel von dem abreißen, was Obama aufgebaut hat. Wie ein Alpha-Löwe, der den Nachwuchs des Vorgängers tot beißt. Viele von Obama erlassene Umwelt- und Klimavorgaben machte Trump rückgängig.

Historisch schlechte Werte

In den Umfragen müsste Trump angesichts der guten Wirtschaftslage deutlich besser abschneiden. Stattdessen finden nicht einmal 40 Prozent der Amerikaner, Trump mache einen guten Job. Für einen Präsidenten im ersten Amtsjahr ist das ein historisch schlechter Wert. Wäre Trump staatsmännischer, würde er auf die ständigen Twitter-Tiraden verzichten, könnten seine Werte deutlich besser sein. So aber müssen die Republikaner bei den Kongresswahlen im November eine Schlappe befürchten.

Ein Jahr Trump - "America first" und Politik auf der Achterbahn
Martin Ganslmeier, ARD Washington
19.01.2018 16:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Januar 2018 um 18:15 Uhr.

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