Trump und Merkel | Bildquelle: dpa

Neuer US-Präsident Trump telefoniert mit Merkel

Stand: 28.01.2017 00:07 Uhr

US-Präsident Trump hat heute erstmals seit der Amtsübernahme mit Kanzlerin Merkel telefonieren. Auch mit den Präsidenten Russlands und Frankreichs will er sprechen. Der neue Außenminister Gabriel plant zudem ein baldiges Treffen mit seinem US-Amtskollegen.

Eine Woche nach seinem Amtsantritt nimmt US-Präsident Donald Trump Europa in den Blick. Nun hat er erstmals seit seiner Vereidigung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. Anschließend gaben sie eine gemeinsame Presseerklärung heraus: Demnach scheint Der neue US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben in ihrem ersten Telefonat die "fundamentale Bedeutung" der Nato für die transatlantischen Beziehungen und die Bewahrung von Frieden und Stabilität betont. Sie bekräftigten zudem die Absicht, "die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch zu vertiefen", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Samstagabend.

Merkel hatte im November mit Trump während eines kurzen Telefonats gesprochen, bei dem sie ihm zu seinem Wahlsieg gratulierte. Trump hatte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung zwar seinen Respekt für Merkel bekundet, sie aber erneut scharf für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert. Merkel wiederum hatte Trump nach dessen Wahl ermahnt, demokratische Grundwerte zu achten.

Der neue Außenminister Sigmar Gabriel plant, "so schnell wie möglich" seinen US-Kollegen Rex Tillerson zu treffen, der allerdings noch auf die Genehmigung des Senats wartet.

Erstes Gespräch zwischen den Verteidigungsministern

Gabriel habe Interesse an einem baldigen Treffen "angesichts der Ungewissheiten und auch Unsicherheiten" mit Blick auf die außenpolitische Agenda der neuen US-Regierung, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. Er fügte hinzu, dass der Austausch zwischen Berlin und Washington nach der Serie von Rücktritten auf der oberen Ebene im US-Außenministerium erschwert sei: "Im State Department gibt es gar nicht mehr viele, mit denen wir jetzt noch sprechen könnten."

Ein erstes direktes Gespräch mit ihrem US-Kollegen James Mattis führte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Telefonat habe in "sehr guter, konstruktiver Atmosphäre" stattgefunden, sagte ein Sprecher des deutschen Ministeriums. Die beiden Ressortchefs vereinbarten demnach ein persönliches Treffen noch vor der Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar.

Telefonate auch mit Hollande und Putin

Trump will am Samstag auch mit den Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und François Hollande, telefonieren. Trump hatte angekündigt, die Beziehungen zu Russland verbessern zu wollen. Er kenne Putin zwar nicht, aber wenn die USA und Russland sich gut verstehen würden, wäre es für beide Staaten gut. "Wir arbeiten zusammen und machen den 'Islamischen Staat' fertig", sagte er in einem Fox-Interview.

Die britische Premierministerin Theresa May traf Trump bereits zu Gesprächen. Sie war der erste Staatsgast im Weißen Haus seit der Machtübergabe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Januar 2017 um 05:10 Uhr.

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