Ein Soldat trägt den Atomkoffer (Archivbild) | Bildquelle: AFP

US-Nuklearprogramm Trumps falsche Aussagen über Atomwaffen

Stand: 11.08.2017 04:51 Uhr

US-Präsident Trump hat in den vergangenen Tagen mehrfach behauptet, als erste Amtshandlung habe er das Atomwaffenarsenal der USA erneuern und modernisieren lassen. Doch das stimmt nicht - genauso wie frühere Aussagen zu diesem Thema.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Donald Trump | Bildquelle: AFP
galerie

US-Präsident Trump behauptet, dass er das Atomwaffenarsenal der USA erneuern und modernisieren lassen hat.

Nicht nur mit seinen Warnungen an die Adresse Nordkoreas legte US-Präsident Donald Trump noch einmal nach. In seinem Urlaubsquartier im Trump-Golfressort in Bedminster wiederholte er auch seine umstrittene Behauptung: Ende Januar habe er gleich als erste Amtshandlung veranlasst, dass "unser Nukleararsenal das größte und beste der Welt wird. Wir haben viel Geld, viel Zeit und viel Mühe dafür aufgewendet. Und es ist in einer Tip-Top-Verfassung. Und es wird besser und stärker." Damit knüpfte Trump an seine über Twitter verbreitete Behauptung an, er habe das Atomwaffenarsenal modernisieren lassen. Beide Aussagen halten einer Überprüfung der Fakten nicht stand.

Routinemaßnahme statt Aufrüstung

Trumps erste Amtshandlung galt nicht den Atomwaffen, sondern der Rücknahme und dem Ersatz von Obamacare, der Krankenversicherung für alle US-Bürger. Dies ist dem Kongress bislang jedoch - trotz republikanischer Mehrheit in beiden Häusern - nicht gelungen.

Donald Trump unterzeichnet ein Dokument | Bildquelle: AP
galerie

Trumps erste Amtshandlung galt nicht den Atomwaffen, sondern der Rücknahme und dem Ersatz von Obamacare.

Erst eine Woche später unterzeichnete Trump eine Anordnung, mit der er das Pentagon beauftragte, das Atomwaffenarsenal zu überprüfen. Darin heißt es, das Nukleararsenal müsse "modern, robust, flexibel, belastbar, bereit und angemessen" sein. Allerdings war dies keine besondere Initiative Trumps, sondern eine Routinemaßnahme, die immer dann erfolgt, wenn ein neuer Präsident im Weißen Haus eingezogen ist. Diese Überprüfung durch das Pentagon dauert noch bis Ende des Jahres. Bis dahin passiert mit den US-Atomwaffen erst einmal wenig.

Angriffe im Wahlkampf

Dass Trump das Gegenteil behauptet, liegt vermutlich an seinen Aussagen im Wahlkampf. Damals hatte er mehrfach dem amtierenden Präsidenten Barack Obama und seiner Ex-Außenministerin Hillary Clinton vorgeworfen, das Atomprogramm der USA zu vernachlässigen, während Russlands Präsident Wladimir Putin seine Bestände modernisiere und aufrüste:

"Unser Nuklearprogramm wurde abgehängt, während Russland seines massiv ausbaut. Das ist nicht gut. Unsere Regierung hätte dies nicht zulassen dürfen."

Doch auch diese Behauptung Trumps trifft nicht zu. Der letzte umfassende Auftrag zur Modernisierung der US-Atomwaffen kam nämlich ausgerechnet von Trumps Amtsvorgänger. Obama wollte, dass die Zahl der mehr als 5000 US-Atomwaffen verringert wird, die verbleibenden wegen ihres Alters allerdings modernisiert werden. Dieses umfassende Modernisierungsprogramm erstreckt sich über drei Jahrzehnte, sieht unter anderem den Bau neuer atomgetriebener U-Boote vor, wirkt sich aber größtenteils erst in fünf bis zehn Jahren aus.

#stimmtdas: Hat Trump nuklear aufgerüstet?
US-Präsident Donald Trump brüstet sich immer wieder mit der nuklearen Stärke der USA. Diese sei ihm zu verdanken. Doch das stimmt nicht - genauso wie weitere Aussagen Trumps zum Atomwaffenarsenal.

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Weniger Atomwaffen

Was also ist mit dem Atomarsenal seit dem Amtsantritt von Trump passiert? Nichts, sagen Verteidigungsexperten. Jedenfalls nichts, was das Arsenal "stärker und mächtiger als je zuvor" gemacht hätte, wie es Trump behauptet. Im Gegenteil: die Zahl der amerikanischen Atomwaffen hat sich seit Trumps Amtsantritt sogar verringert. Nicht wegen Trump, sondern weil Amtsvorgänger Obama dies Anfang 2011 im neuen "Start-Vertrag" mit Russland vereinbart hatte.

Nur in einem hat Trump Recht: das US-Atomwaffenarsenal ist immer noch das mit Abstand "größte und beste der Welt". Allerdings war dies immer so und ist nicht sein Verdienst.

Faktencheck - Trumps Behauptung "US-Atomwaffen stärker denn je"
Martin Ganslmeier, ARD Washington
11.08.2017 08:28 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. August 2017 um 08:08 Uhr.

Darstellung: