Der US-Präsident Trump spricht in Tokio vor japanischen Wirtschaftsvertretern. | Bildquelle: dpa

US-Präsident in Japan Trump verteidigt Ausstieg aus Handelsabkommen TPP

Stand: 06.11.2017 04:14 Uhr

Die USA und Japan gelten als Verbündete, doch aus Sicht von US-Präsident Trump läuft nicht alles rund zwischen den beiden Staaten. Im Handel beklagte er während seines Besuches in Tokio ein Ungleichgewicht und verteidigte den US-Ausstieg aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP.

Es schien alles so harmonisch zu laufen beim Besuch des US-Präsidenten Donald Trump in Japan. Gestern spielte er mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe eine Partie Golf, am zweiten Tag seines Aufenthaltes wurde er bereits von dem japanischen Kaiser Akihito und dessen Frau Michiko empfangen.

Doch Trump übt auch kritische Töne am Verbündeten der USA: In Handelsfragen habe Japan in den vergangenen Jahrzehnten immer gewonnen, die USA hätten Defizite hinnehmen müssen. Der Handel zwischen den beiden Staaten sei "nicht fair und offen", sagte Trump vor Wirtschaftsvertretern in Tokio.

Als Beispiel nannte der US-Präsident etwa die Autobranche: Millionen japanischer Autos würden in den USA verkauft, aber praktisch keine US-Wagen in Japan. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, müsse neu verhandelt werden.

US-Präsident Trump und seine Frau Melania (links) wurden vom japanischen Kaiser Akihito und dessen Gattin Michiko empfangen. | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump und seine Frau Melania (links) wurden vom japanischen Kaiser Akihito und dessen Gattin Michiko empfangen.

Trump verspricht mehr Handel trotz TPP-Ausstieg

Gleichzeitig verteidigte Trump den Ausstieg der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP. Das Abkommen war im Februar 2016 von zwölf Staaten unterzeichnet worden und soll rund um den Pazifik eine der größten Handelszonen der Welt schaffen. Bislang ist der Handelspakt aber noch nicht in Kraft getreten.

Das Freihandelsabkommen TPP

Zwölf Staaten hatten 2015 unter Führung der USA die größte Freihandelszone der Welt (TPP) beschlossen. Zu ihr sollten Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, die USA und Vietnam gehören - nicht aber die großen APEC-Mitglieder China und Russland. Der Pazifikraum, den das TPP umfassen sollte, steht nach Angaben der Weltbank für knapp 13,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Der Ausstieg aus TPP war eines von Trumps zentralen Versprechen im Wahlkampf. Nur drei Tage nach seinem Amtsantritt als Präsident setzte er seine Ankündigung in die Tat um.

Doch der Ausstieg bedeutet für Trump keinesfalls einen Rückschritt im Handel mit Japan - ganz im Gegenteil: "Wir werden mehr Handel haben als im Rahmen von TPP", kündigte der Republikaner in Tokio an. Seine Entscheidung gegen TPP werde langfristig für beide Staaten finanzielle Vorteile bringen und sich als richtig erweisen.

Trump reist insgesamt rund zwei Wochen durch Asien. Der Besuch in Japan war der Auftakt der Reise. Nach Japan will Trump auch Südkorea, China, Vietnam und die Philippinen besuchen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 06. November 2017 um 06:00 Uhr.

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