Anwalt Richard Luthmann aus Staten Island in seinem Büro. | Bildquelle: dpa

Trump-Wähler "Er macht alles richtig!"

Stand: 02.02.2017 15:03 Uhr

In Staten Island, New Yorks kleinstem Stadtbezirk, haben mehr als die Hälfte der Wähler für Trump gestimmt. Sie beeindruckt, wie schnell er seine Wahlversprechen umsetzt, und glauben, seine Kritiker wollten alles schlechtreden. Wer sind diese Menschen?

Von Gudrun Engel, ARD-Studio New York

In Kathryn Miolas Blumenladen strahlt und schimmert alles in rot, pink und rosa. In zwei Wochen ist Valentinstag - ein ganz großes Ding in den USA. Seit 30 Jahren betreibt Miola den kleinen Laden an der Hauptstraße von Woodrow auf Staten Island. Doch erst seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten interessiert sie sich für Politik: "Das war vorher nicht so mein Ding. Aber jetzt finde ich das alles wahnsinnig aufregend. Ich schaue mir jetzt sogar jeden Tag die Nachrichten an", erzählt sie. Miola hat Trump gewählt - wie die Mehrheit hier. Mehr als die Hälfte der Wähler (57,2 Prozent) auf Staten Island haben ihr Kreuzchen bei dem Millionär gemacht.

Die Sicht der Trump-Anhänger
tagesthemen 22:15 Uhr, 01.02.2017, Gudrun Engel, ARD New York

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Mit seiner ersten Woche im Amt sind ausnahmslos alle, die wir auf der Straße treffen, sehr zufrieden. "Busy" - also sehr beschäftigt sei er gewesen, meinen sie. Und das kommt gut an. "Endlich mal einer, der all das umsetzt, was er versprochen hat! Und das in nur einer Woche. Sehr beeindruckend!", urteilt ein anderer Anwohner über die vielen Entscheidungen. Auf das Thema Obamacare angesprochen meint er: "Trump wird dafür schon noch eine Lösung präsentieren. Dafür braucht er noch Zeit. Er hat sich erst um andere Dinge gekümmert."

Trump-Hochburg Staten Island

Diese Zuversicht in den Präsidenten teilen sie hier auf Staten Island, auf der anderen Seite der Bay. Von und nach Manhattan pendeln die meisten mit der Fähre. Vorbei an der Freiheitsstatue, dem Symbol für die Einwanderernation USA. "Schickt sie mir, die Heimatlosen, die vom Sturme Getriebenen", steht dort als Inschrift auf dem Sockel.

Auf Staten Island sehen das die meisten völlig anders, obwohl der Großteil der Bewohner Einwanderer der zweiten Generation sind. Viele haben irische oder italienische Wurzeln. "Wenn ich in ein anderes Land reise, und die wollen, dass ich mich checken lasse, dann mache ich das auch. Ich halte mich an deren Regeln. Und wenn wir jetzt Leute checken - was ist so schlimm daran?", fragt Janet Griffith.

Trump-Anhänger
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Kathryn Miola (r.) wurde durch Trump politisiert.

Sie hat sieben Enkelkinder, für die sie sich eine sichere Zukunft in einem sicheren Amerika wünscht: "Ich finde es gut, dass Trump sich für unsere Sicherheit einsetzt. Wir wissen doch gar nicht, wer alles hier ist. Ich denke nicht unbedingt, dass wir alle Illegalen jetzt aus dem Land werfen müssen. Viele sind ja schon ihr Leben lang hier. Aber ich habe auch viel Angst vor Terrorismus."

Sicherheit als zentrales Thema

Sicherheit ist das zentrale Thema. Wer hier lebt, in einem der adretten Einfamilienhäuschen, die in Reih und Glied nebeneinander stehen, zählt sich zur Mittelschicht. An fast jedem Haus, in fast jedem Vorgarten weht eine amerikanische Flagge. Daneben die "Vote for Trump" oder "Make America great again"-Schilder. Die haben einige einfach stehen lassen. Sie sollen zeigen: Hier ist man stolz auf dieses Land. Und auf Trump.

"Wir stehen voll und ganz hinter ihm", sagt Joe Donnelly. Er ist sehr zufrieden mit Trumps ersten Amtshandlungen, befürchtet aber, die würden oft absichtlich falsch verstanden oder falsch dargestellt: "Es ist doch kein generelles Einreiseverbot für Muslime! Es geht nur um Länder, die schon Präsident Barack Obama als Terror-Quelle eingestuft hat."

Proteste im ganzen Land

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Patriotismus an fast jeder Haustür

Dass es jetzt überall im Land - und vor allem in Manhattan - fast täglich Proteste und Demonstrationen gegen den neuen Präsidenten gibt, können sie nicht nachvollziehen. "Haben die alle keine Arbeit? Oder woher nehmen die die Zeit alles ständig zu blockieren?" fragt etwa Joe Ricca, ein Justizbeamter, den wir treffen, als er seine Kinder von der Schule abholt.

Das sieht auch Sam Pirozollo so. Der Optiker war schon im Wahlkampf treuer Trump-Unterstützer. Landesweit bekannt wurde er, weil er ein fünf Meter hohes T im Vorgarten stehen hatte. Es wurde eine Art Wallfahrtsort für Trump-Anhänger. Für Pirozollo ist Donald Trump zu 100 Prozent glaubwürdig: "Es ist doch völlig egal, wer am Ende für die Mauer bezahlt, solange Drogendealer und Illegale draußen bleiben. Ich habe aber leider den Eindruck: Egal was Präsident Trump entscheidet, irgendjemand stört sich immer daran, egal wie gut es ist."

Er selbst hat als Zeichen des Respekts vor dem neuen Präsidenten eine lebensgroße Pappfigur mit seinem Konterfei im Wohnzimmer stehen. Und er hat sich Glückskekse besorgt, mit Trumps zentralen Wahlkampfaussagen. "Drain the swamp" - "Leg den Sumpf trocken" und "Build the wall" - "Baut die Mauer" steht auf den Zetteln im Inneren der Kekse. Und einer sagt eine große Zukunft voraus: "Make America great again!"

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Februar 2017 um 22:15 Uhr.

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