Trump-Rede vor US-Kongress | Bildquelle: AFP

Analyse der Trump-Rede Bekannte Themen, neuer Ton

Stand: 01.03.2017 07:01 Uhr

Ganz viel Amerika, ein wenig NATO, kein Wort zur EU: Zur Rede vor dem Kongress hat Trumps umstrittener Berater Bannon kräftig Input gegeben. An der Grundausrichtung seiner Politik ließ der US-Präsident keine Zweifel. Doch es gab einige Überraschungen.

Eine Analyse von Ina Ruck, ARD-Studio Washington

Mit Spannung war die Rede erwartet worden - es war seine erste vor dem Kongress. Und der stellt für Trump ein durchaus ungewohntes Publikum dar, denn im Saal sitzen längst nicht nur Unterstützer. Knapp die Hälfte der Abgeordneten und Senatoren gehört der Demokratischen Partei an, und auch unter den Republikanern sind nicht nur Trump-Fans.

Viel wurde deshalb im Vorfeld spekuliert - etwa, ob die demokratischen Abgeordneten ihm beim traditionellen Gang in den Saal den Händedruck verweigern würden. Doch als Trump erschien, war von Protest wenig zu spüren. Er lief durch ein Spalier vorwiegend republikanischer Abgeordneter, schüttelte viele Hände, bekam viel Applaus. Opposition war dennoch sichtbar: Mehrere Demokratinnen waren ganz in Weiß gekleidet - und protestierten auf diese Weise gegen einen Präsidenten, der sich mehrfach sexistisch geäußert hatte.

Kongressabgeordnete in weißer Kleidung - ein Protest gegen Trumps Sexismus | Bildquelle: AFP
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Kongressabgeordnete in weißer Kleidung - ein Protest gegen Trumps Sexismus

Fast komplett eine Rede vom Manuskript

Trumps Rede war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen formal: Er las vom Teleprompter ab und hielt sich bis auf wenige Ausnahmen strikt an sein Manuskript. Anders als bei seinen typischen Auftritten, bei denen er häufig assoziativ von Thema zu Thema irrlichtert, Sätze unvollendet lässt oder bestimmte Worte und Wendungen gebetsmühlenartig wiederholt, war dies eine stringent geschriebene, konzentriert und ungewöhnlich diszipliniert vorgetragene Rede.

Trumps erste Rede vor dem US-Kongress
tagesschau 20:00 Uhr, 01.03.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Kein Zweifel an der Grundausrichtung der Politik

Inhaltlich war vieles wie immer - eine Art Tour de Force durch die üblichen Themen und Versprechungen: Mauerbau, Jobs schaffen, Handelsverträge neu verhandeln, islamistischen (Trump spricht von "islamischem") Terror bekämpfen. Und dennoch gab es auch neue Töne: Trump klang positiver als gewöhnlich. Und er sprach mit viel Pathos. Er sei gekommen, eine Nachricht von Einheit und Stärke zu verkünden, und sie komme tief aus seinem Herzen.  Die amerikanische Fackel der Wahrheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit werde seit Generationen weitergegeben, man werde sie nutzen, die Welt zu erhellen, sagte er. 

An der Grundausrichtung seiner Politik ließ er dabei auch diesmal keinen Zweifel. Die Vision, die Amerikas Präsident zeichnete, ist eine zutiefst nationalistische. "Ein neues Kapitel amerikanischer Größe beginnt, Nationalstolz durchströmt die Nation - was wir heute erleben ist die Erneuerung des amerikanischen Spirits, unsere Alliierten werden feststellen: Amerika ist wieder bereit, zu führen."

Kräftige Kritik an seinem Vorgänger

Wenig Zweifel auch, aus wessen Feder dies stammt: Ganz offensichtlich haben die grauen Eminenzen im Weißen Haus, Trumps Berater Stephen Bannon und Stephen Miller, kräftigen Input gegeben. "Amerika zuerst" - dieses Leitmotiv durchzog wie schon bei früheren Reden auch diese. Verbunden mit kräftiger Kritik an seinen Vorgängern. Die hätten zugelassen, dass im Land die Infrastruktur verrottet - und gleichzeitig viel Geld für Entwicklungshilfe ausgegeben. Sie hätten die Mittelklasse im Stich gelassen - und Jobs ins Ausland geschafft.

Dass Entwicklungshilfe einen Bruchteil des Budgets ausmacht, dass Trump bei der Behauptung, mehr als 94 Millionen Menschen hätten keine Arbeit auch diejenigen mitzählt, die gar keine Arbeit suchen - wie Rentner oder Studenten - ist ein Fall für die Faktenchecker.

Ein Punktesystem für Einwanderer - wie in Kanada?

Einen großen Schwerpunkt legte Trump auf das Thema Immigration. Hier scheint sich sein Fokus zu verschieben. Schon kurz vor der Rede war durchgesickert, dass er davon abrückt, illegale Immigranten grundsätzlich abschieben zu wollen. Wer lange im Land sei und unbescholten gelebt habe, für den solle es in Zukunft eine Bleibemöglichkeit geben.

In seiner Ansprache umging er eine deutliche Erklärung, deutete aber an, es könne ein Punktesystem bei der Einwanderung geben, ähnlich wie etwa Kanada es kenne. Ob er das wirklich ernst meint, bleibt Spekulation.

Denn gleichzeitig war ihm die Kritik an illegalen Einwanderern sehr viel Redezeit wert. Er hatte drei Hinterbliebene von durch illegale Immigranten getöteten Menschen als Gäste geladen, ging auf jeden einzelnen Fall ausführlich ein. Und er kündigte eine Sonderabteilung des Heimatschutzes an, die sich ausschließlich mit Straftaten von Einwanderern beschaffen sollte.

Im Kongress-Publikum rief dies sehr gemischte Reaktionen hervor: Während viele Republikaner stehend applaudierten, hörte man auch lauten Unmut im Saal.

Kein Wort zur EU - auch ein Statement

Außenpolitisch gab Trump ein sehr deutliches Bekenntnis zur NATO ab - wenn man davon absieht, dass er zuvor moniert hatte, dass sein Land sich mehr um die Grenzen anderer als um die eigenen gekümmert hätte. Die EU erwähnte er mit keinem Wort - auch das ist ein Statement. 

Zum Abschluss schließlich gab der Präsident sich nochmal versöhnlich: Die Zeit der trivialen Kämpfe sei vorbei, sagte er. Ob er diese Vorgabe selbst einhält, wird man demnächst bei Twitter nachlesen können.

Politikberater Julius van de Laar mit Einschätzungen zur Trump-Rede
tagesschau24, 01.03.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. März 2017 um 20:00 Uhr.

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