Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Trumps Afghanistan-Strategie Truppenverstärkung statt Abzug

Stand: 22.08.2017 07:36 Uhr

Lange haben der US-Präsident und seine Berater im Weißen Haus um eine neue Strategie für Afghanistan gerungen. Im Wahlkampf hatte Trump mehrfach einen Rückzug der US-Truppen angekündigt. Nun soll das Engagement am Hindukusch aber verstärkt werden.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, gestand US-Präsident Donald Trump gleich zu Beginn seiner Rede. Schließlich sei das amerikanische Volk nach 16 Jahren Kampf in Afghanistan kriegsmüde. "Mein ursprüngliches Bauchgefühl war deshalb der Rückzug", so Trump. "Und eigentlich bevorzuge ich es, meinen Instinkten zu folgen."

Doch beim komplizierten Thema Afghanistan habe er sich von seinen militärischen Beratern überzeugen lassen: Ein sofortiger Truppenabzug würde nicht nur Afghanistan erneut ins Chaos stürzen, sondern auch ein Vakuum erzeugen, das Terroristen wie der IS und Al Kaida sofort füllen würden - "so wie es vor dem 11. September 2001 geschah".

Trump setzt auf Kurswechsel bei Afghanistan-Strategie
tagesschau 16:00 Uhr, 22.08.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Keine konkreten Zahlen

Statt Truppenabzug wie im Wahlkampf versprochen nun also eine Truppenverstärkung. Wie viele zusätzliche US-Soldaten Trump nach Afghanistan schicken will, das wollte er aber bewusst nicht sagen. Dies sei gerade der Unterschied zwischen seiner Strategie und der seines Amtsvorgängers Barack Obama: "Wir werden nicht über die Anzahl von Soldaten oder weitere militärische Aktivitäten sprechen. Unsere Strategie wird von nun an die tatsächliche Lage im Land leiten und keine künstlichen Zeitpläne." Anders als Obama werde er den Feinden Amerikas nicht vorher verraten, wann er angreife, so Trump: "Aber angreifen werden wir!"

Experten gehen davon aus, dass der US-Präsident knapp 4000 zusätzliche US-Soldaten nach Afghanistan entsenden wird. Dies entspricht der Forderung des Pentagon. Künftig könnten sich dann insgesamt 12.500 US-Soldaten um die Ausbildung und Beratung afghanischer Soldaten im Kampf gegen Terroristen und die Taliban kümmern.

Zur Einigung mit Taliban bereit

Zuletzt hatte die Regierung in Kabul nur noch knapp 60 Prozent des Landes unter Kontrolle. Ob eine politische Einigung mit den Taliban denkbar sei, dazu äußerte sich Trump skeptisch, aber grundsätzlich bereit. Dies müssten jedoch die Afghanen selbst entscheiden: "Wir werden den Afghanen nicht vorschreiben, wie sie leben oder ihre komplexe Gesellschaft regieren sollen. Wir wollen keine Nationen mehr aufbauen, sondern Terroristen töten." Damit grenzte sich Trump auch von der "Nation building"-Strategie des früheren republikanischen Präsidenten George W. Bush ab.

Und anders als Obama werde er den Generälen weitgehend freien Spielraum lassen, wie sie den Krieg in Afghanistan siegreich beenden: "Durch Mikromanagement aus Washington D.C. gewinnt man keine Schlachten."

Bannon weg, Blockade weg

Trumps Afghanistan-Rede stieß überwiegend auf ein positives Echo. Der ranghöchste Republikaner Paul Ryan sagte auf CNN, er sei "sehr zufrieden" mit der Entscheidung des Präsidenten. Dagegen kritisierte das rechtspopulistische Internet-Angebot "Breitbart News", dass Trump eines seiner wichtigsten Wahlversprechen habe fallen lassen. Dies zeigt, wie umstritten Trumps Afghanistan-Strategie beim harten Kern seiner Anhänger ist. Der mittlerweile gefeuerte Chefstratege Steve Bannon hatte wochenlang im Weißen Haus versucht, eine Entscheidung zugunsten der Generäle zu verhindern. Nach Bannons Abgang war nun der Weg frei für zusätzliche US-Soldaten am Hindukusch.

Trumps Afghanistan-Strategie - Truppenverstärkung statt Abzug
Martin Ganslmeier, NDR Washington
22.08.2017 07:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 22. August 2017 die tagesschau um 05:30 Uhr und das ARD-Morgenmagazin um 06:13 Uhr.

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