Shinzo Abe und Donald Trump | Bildquelle: AP

Abe besucht Trump In Harmonie und Freundschaft

Stand: 11.02.2017 05:38 Uhr

Die USA und Japan wollen ihre Sicherheits- und Wirtschaftskooperation massiv ausbauen. US-Präsident Trump und der japanische Premier Abe lobten die "tiefe Freundschaft" beider Länder. Im Wahlkampf hatte Trump die Japaner noch mit Kritik verunsichert.

Bei einem Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat US-Präsident Donald Trump sein Interesse an einer engen Sicherheits- und Wirtschaftskooperation mit Japan betont. Beide Länder strebten Handelsbeziehungen an, die "frei, fair und auf Gegenseitigkeit beruhend" seien, sagte Trump nach einem Gespräch mit Abe im Weißen Haus. Davon würden beide Länder profitieren.

Bilaterales Abkommen statt TPP?

Abe sagte, Japan habe bereits viele Milliarden in die USA investiert und mehr als 840.000 Arbeitsplätze geschaffen. Viele Autos japanischer Hersteller würden in den USA produziert. Abe kündigte weitere Investitionen seines Landes an, ging aber nicht ins Detail.

In bilateralen Handelsverträgen mit einzelnen Ländern sieht Trump die Zukunft, nicht aber Freihandelsabkommen wie TPP von zwölf Pazifik-Anrainern. Dagegen hatte er bereits Wahlkampf gemacht und in einer seiner ersten Amtshandlungen erklärt, aus TPP aussteigen zu wollen. Ministerpräsident Abe hatte für den Vertrag geworben, Japan hat ihn bereits ratifiziert: "TPP - wir kennen natürlich Präsident Trumps Entscheidung. Das Ziel von TPP waren freie, faire, gemeinsame Regeln für den Freihandel in der Region. Die Wichtigkeit davon hat sich nicht geändert, davon bin ich überzeugt."

Abe erklärte sich grundsätzlich zu einem bilateralen Abkommen bereit. Wie die Details aussehen könnten, sollen jetzt die Vize-Regierungschefs verhandeln.

Evan Medeiros war Asien-Experte im Nationalen Sicherheitsrat. Er sagte der PBS Newshour, Abe habe politisches Kapital gebraucht, um TPP im eigenen Land durchzusetzen. Darum werde ein neuer Vertrag Zeit brauchen. Medeiros verwies auf viele Zweifel, die es in Asien an Trump gebe: "Premierminister Abe und viele asiatische Anführer sind besorgt über den Rückzug von TPP, über Trumps Protektionismus und die möglichen Auswirkungen für Volkswirtschaften, die auf Exporte angewiesen sind. Sie sind besorgt, wie groß Trumps Engagement in Asien sein wird. Das frühe Treffen mit Japan beantwortet einige dieser Fragen, aber nicht alle."

"Wir sind der Sicherheit Japans verpflichtet"

Im Wahlkampf hatte Trump an vielen Grundfesten gerüttelt. So hatte er das Verteidigungsbündnis mit Japan in Frage gestellt. Nun betonte er, die Freundschaft zwischen beiden Ländern sei "sehr tief". "Wir sind der Sicherheit Japans verpflichtet - und aller Gebiete, die von Japan verwaltet werden. Wir wollen unsere wichtige Allianz weiter stärken. Sie ist der Grundpfeiler für Frieden und Stabilität in der Pazifik-Region." Die Verteidigung der Region gegen die militärische Bedrohung durch Nordkorea habe für die USA sehr hohe Priorität.

Mit Blick auf den Konflikt mit China um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer sagten Trump und Abe, sie träten für die Freiheit von Handel und Schifffahrt ein.

Dank an Japan statt Zahlungsforderungen

Abe und Trump | Bildquelle: AFP
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Abreise nach Florida: Am Wochenende ist im Trump-Club Golfen angesagt.

Ausdrücklich dankte Trump seinem japanischen Gast dafür, dass Japan US-Truppen beherberge. Im Wahlkampf hatte Trump noch gesagt, Japan müsse wie andere Länder auch für den Schutz seitens der USA bezahlen. Trump hatte Japan zudem Währungsmanipulation und unfaire Bedingungen auf dem Automarkt vorgeworfen.

Trump und Abe hatten sich jedoch schon kurz nach der US-Präsidentschaftswahl zu einem Gespräch in New York getroffen. Schon da hatte Trump sein Vertrauen in Abe bekundet. Nun schmeichelte dieser ihm:

"Donald, Präsident, du bist ein exzellenter Geschäftsmann, hast aber nie im Kongress gesessen, hast keine Erfahrung mit einem öffentlichen Amt. Aber du hast in der mühsamen Wahlkampagne gekämpft, um Präsident zu werden. Das ist die Dynamik der Demokratie."

Im Anschluss an die Unterredungen in Washington brachen Trump und Abe nach Florida auf. Dort wird Abe das Wochenende in Trumps Golf-Club verbringen.

Mit Informationen von ARD-Korrespondent Jan Bösche.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 10. Februar 2017 um 01:00 Uhr.

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