Donald Trump | Bildquelle: AFP

Trump legt nach "CNN ein Feind des amerikanischen Volkes"

Stand: 18.02.2017 01:46 Uhr

Einen Tag nach seiner umstrittenen Pressekonferenz legt US-Präsident Trump nach: Medien wie CNN oder "New York Times" seien "Feinde des amerikanischen Volkes". Unterdessen billigte der Senat Trumps Kandidaten für die Umweltbehörde EPA. Auch der ist allerdings umstritten.

US-Präsident Donald Trump hat seine Medienschelte auf Twitter erneut bekräftigt und noch verschärft. "Fake-News-Medien" seien "nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes", schrieb Trump in dem Kurzbotschaftendienst. Der US-Präsident führte aus, dass er damit die "New York Times" sowie die Fernsehsender CNN, NBCNews, ABC und CBS meine.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
The FAKE NEWS media (failing @nytimes, @NBCNews, @ABC, @CBS, @CNN) is not my enemy, it is the enemy of the American People!

Trump hatte am Donnerstag bei einer turbulenten Pressekonferenz im Weißen Haus die Medien scharf angegriffen. Er warf ihnen vor, Falschmeldungen über die Beziehungen seiner Regierung zu Russland zu verbreiten. Der Grad der "Unehrlichkeit" in den Medien sei "außer Kontrolle", sagte der Rechtspopulist. Er warf einem Großteil der Medien vor, in einem Tonfall des "Hasses" über ihn zu berichten.

Kritik an Trump - selbst bei Fox News

Die Pressekonferenz war in den Medien weltweit auf ein negatives Echo gestoßen - selbst im US-Sender Fox News, der Trumps Republikanern nahesteht. Dessen Moderator Shepard Smith sagte, es sei "absolut verrückt", was von Trump Tag für Tag zu sehen sei. Es sei Aufgabe der Medien, Fragen zu stellen. Trump schulde den Amerikanern Antworten.

Viele der Dinge, die Trump während der Pressekonferenz behauptete, waren nachweislich falsch - etwa die Aussage, er habe so viele Stimmen von Wahlleuten bekommen wie seit Ronald Reagan niemand mehr. Andere waren zumindest sehr gewagte Interpretationen. So hatte Trump etwa gesagt, seine Regierung arbeite "wie eine fein abgestimmte Maschine".

Kandidat für Umweltbehörde vom Senat gebilligt

Bei der Beilegung seiner Personalquerelen kam Trump indes einen Schritt voran. Trotz Bedenken billigte der US-Senat seinen Kandidaten für den Chefposten der mächtigen Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt. Die Senatoren stimmten mit 52 zu 46 für den Klimawandel-Skeptiker.

Scott Pruitt während seiner Vereidigung | Bildquelle: REUTERS
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Pruitt während seiner Vereidigung

Pruitt war auf vehementen Widerstand der Mitarbeiter der EPA gestoßen. Als Justizminister des Ölstaates Oklahoma hatte er die Behörde mehrmals verklagt. Etwa 800 frühere Mitarbeiter der EPA forderten den Senat Anfang der Woche in einem Brief auf, Pruitt nicht zum Chef der Behörde zu machen. Er habe kein Interesse daran gezeigt, Umweltgesetze durchsetzen zu wollen.

Andere Posten in Trumps Team sind indes weiter unbesetzt. Zuletzt hatte Trumps Kandidat für das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters, Robert Harward, abgesagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2017 um 05:03 Uhr.

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