Donald Trump | Bildquelle: AP

Wieder Störungen bei Wahlkampfauftritten Trump nennt Demonstranten "Müll"

Stand: 13.03.2016 07:11 Uhr

Im US-Wahlkampf wird die Stimmung um den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump gereizter. Bei einem Auftritt in Kansas City wurde er immer wieder von Demonstranten unterbrochen und nannte sie schließlich "Müll". Bei den Vorwahlen Wyoming und Washington erlitt er klare Niederlagen.

Einen Tag nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump in Chicago ist es zu neuen Protesten bei Wahlkampfauftritten des Multimilliardärs gekommen.

Bei einem Wahlkampfauftritt in Kansas City (Missouri) wurde er immer wieder von Demonstranten unterbrochen. Er nannte sie schließlich "Müll" und drohte damit, von nun an jeden von ihnen zu verklagen. "Nehmt sie fest", forderte er zunehmend gereizt und irritiert von den Sicherheitsbeamten im Raum.

Trump-Gegner | Bildquelle: AP
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Proteste während des Auftritts von Donald Trump in Kansas City.

Seinen Anhängern versprach er: "Wir werden das Land von diesen Leuten zurückerobern." Auch vor dem Veranstaltungsgebäude demonstrierten Hunderte gegen Trump. Es kam zu vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei und mehreren Festnahmen. Dem Sender CNN zufolge war die Lage zu einem Zeitpunkt so angespannt, dass die Polizei Tränengas einsetzte.

Zuvor hatte ein Mann während einer Rede Trumps in Dayton (Bundesstaat Ohio) versucht, auf die Bühne zu springen. Er wurde von Beamten des Secret Service, der Trump schützt, überwältigt und abgeführt. Wenig später unterbrachen Dutzende Protestierende eine Rede Trumps in Cleveland. Wachleute führten sie aus dem Saal.

Absage der Veranstaltung nach Prügelei

Am Freitag hatten sich in Chicago vor einer geplanten Kundgebung Trumps so viele Demonstranten versammelt, dass Trump die Veranstaltung vorsichtshalber absagte. Danach kam es zu Handgemengen und Prügeleien zwischen Anhängern und Protestierenden.

Trump führt im Rennen um die republikanische Spitzenkandidatur bei der Präsidentenwahl im November. Seine innerparteilichen Rivalen Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich lasten ihm an, mit seiner provozierenden und spalterischer Rhetorik die Stimmung im Wahlkampf angeheizt zu haben.

Alle drei hatten kürzlich in einer Fernsehdebatte zugesagt, dass sie den Spitzenkandidaten ihrer Partei auf jeden Fall unterstützen würden - auch wenn es Trump sei. Rubio sagte dazu, das zu tun, werde aber "mit jedem Tag schwerer".

Vorwahlen gehen weiter

Bei den Vorwahlen der Republikaner am Samstag gewann Rubio die Abstimmung in der Bundeshauptstadt Washington DC knapp mit 37 Prozent vor Ohios Gouverneur John Kasich (36 Prozent). Trump kam auf 14 Prozent. Im Bundesstaat Wyoming hingegen punktete Cruz. Dort schlug er mit großen Abstand seinen Rivalen Trump und holte 66,3 der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete Rubio mit 19,5 Prozent, wie US-Medien berichteten. Trump konnte lediglich 7,2 Prozent der Stimmen erzielen.

Bei den Demokraten siegte Ex-Außenministerin Hillary Clinton auf den Nördlichen Marianen, einem US-Außengebiet, mit einem Vorsprung von 20 Prozentpunkten vor ihrem Konkurrenten Bernie Sanders.

Vorwahlen am Dienstag für Republikaner besonders bedeutend

Bei den Vorwahlen geht es um das Sammeln von Delegiertenstimmen für die offizielle Nominierung auf Parteitagen im Sommer. In Wyoming, Washington und auf den Marianen war insgesamt nur eine kleine Zahl zu gewinnen. Abgestimmt wurde auch in Guam, einem weiteren US-Territorium: Hier gewann Cruz einen Delegierten hinzu. Insgesamt führt Trump bei den Republikanern, Clinton bei den Demokraten.

Am kommenden Dienstag stehen Vorwahlen unter anderem in Florida, Ohio und Illinois an. Für die Republikaner sind die Abstimmungen in diesen drei Bundesstaaten von besonderer Bedeutung, weil der Sieger dort jeweils alle zu vergebenden Delegiertenstimmen gewinnt.

Die Vorwahlen ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ehe die Kandidaten offiziell gekürt werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass Trump die bei den Republikanern benötigten 1237 Delegiertenstimmen verfehlt. Dann könnte die republikanische Parteiführung versuchen, auf einem umkämpften Parteitag einen anderen Kandidaten durchzudrücken.

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