Ein Trump-Gegner und ein Anhänger des Milliardärs geraten aneinander | Bildquelle: REUTERS

US-Vorwahlkampf Trump-Veranstaltung eskaliert

Stand: 12.03.2016 07:36 Uhr

Es sollte einer der größten Wahlkampfauftritte von Donald Trump werden. Doch nach Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern sagte Trump erstmals eine seiner Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen ab.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Es waren chaotische Szenen, die sich in der Arena der "University of Illinois" in Chicago abspielten. Nach Angaben der Polizei hielten sich zeitweise bis zu 10.000 Menschen in der Halle auf. Unter die Anhänger von Donald Trump hatten sich Hunderte Protestdemonstranten gemischt. Immer wieder kam es zwischen beiden Lagern zu Rangeleien und hitzigen Auseinandersetzungen.

CNN-Reporter Jim Acosta war dabei. So etwas habe er auf einer politischen Veranstaltung in den USA noch nicht erlebt, sagt er. "Die Halle ist in Aufruhr. Die Sicherheitskräfte haben die Lage nicht im Griff. Es ist totales Chaos." Die Situation war vollends eskaliert, als ein Sprecher von Donald Trump am Rednerpult die Absage der Veranstaltung aus Sicherheitsgründen bekannt gab. Daraufhin skandierten wütende Trump-Anhänger: "Wir wollen Trump! Wir wollen Trump!"

Proteste gegen Donald Trump
tagesschau 12:50 Uhr, 12.03.2016, Ralf Kühn, ARD Washington

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Reines Glück, dass es keine Verletzten gab

Die Demonstranten dagegen brachen in Jubel aus und feierten die Absage der Trump-Rede. Etwa 20 Minuten lang kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen beiden Lagern. Erst als die Polizei die Halle räumen ließ, beruhigte sich die Lage etwas. Doch auch außerhalb der Uni-Arena gingen die Proteste weiter. Donald Trump selbst war erst gar nicht in die Halle gekommen und erklärte in mehreren Fernsehinterviews, warum er sich zur Absage entschlossen habe: "Ich habe mich mit der Polizei getroffen, weil ich keine Verletzten sehen will. Ich glaube, wir haben eine weise Entscheidung getroffen. Jetzt hat sich die Lage beruhigt."

Dass es keine Verletzten gab, war allerdings reines Glück. Schon vor der Veranstaltung hatten Mitarbeiter der Universität darauf gedrängt, die Veranstaltung wegen der aufgeheizten Stimmung unter den Studierenden abzusagen. Trump wies den Vorwurf zurück, er habe durch seine Parolen und Beschimpfungen von Demonstranten zu dieser Atmosphäre beigetragen. Nein, er bedauere seine Aussagen überhaupt nicht, so Trump. "Einige der Protestdemonstranten waren gewalttätig. Die haben gedrängt und andere geschlagen. Die haben echt Schaden angerichtet."

Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Wütende Anhänger skandierten: "Wir wollen Trump!"

Nährboden für hässliche Auseinandersetzungen

Dagegen sieht der republikanische Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz eine klare Mitschuld von Donald Trump. "Wenn man eine Wahlkampagne führt, die bewusst zu Gewalt aufruft, dann schafft man den Nährboden für solch hässliche Auseinandersetzungen."

Cruz spielte damit auf Vorfälle in den vergangenen Tagen an. Am Mittwoch war ein schwarzer Demonstrant von einem weißen Trump-Anhänger niedergeschlagen worden. Trump ruft Protestierenden bei seinen Reden oft zu: "Euch würde ich gerne ins Gesicht schlagen!" In den US-Medien wurde die Befürchtung geäußert, dass es künftig häufiger chaotische Szenen wie in Chicago geben werde, sollte Trump der offizielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden.

Chaos in Chicago - Trump sagt Wahlkampfkundgebung ab
M. Ganslmeier, ARD Washington
12.03.2016 07:10 Uhr

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