US-Präsident Donald Trump bei einer Rede | Bildquelle: AP

Streit um getötete Soldaten Hinterbliebene kritisieren Trump

Stand: 19.10.2017 09:46 Uhr

Es geht um versprochenes Geld und die richtigen Worte: Hat sich US-Präsident Trump respektlos gegenüber den Familien getöteter US-Soldaten verhalten? Das Weiße Haus weist die Vorwürfe zurück, doch die Debatte schlägt immer höhere Wellen.

Das Weiße Haus hat Vorwürfe zurückgewiesen, US-Präsident Donald Trump habe sich respektlos gegenüber den Familien getöteter US-Soldaten verhalten. Nach Angaben einer Sprecherin zahlte Trump dem Vater eines in Afghanistan getöteten Soldaten 25.000 US-Dollar. Dies sei eine "privat angebotene, großzügige und ernst gemeinte Geste" Trumps gewesen. Der Scheck sei an die Familie geschickt worden - sie könne aber nicht sagen, wann genau, erklärte die Sprecherin.

Die "Washington Post" hatte am Mittwoch berichtet, Trump habe das Geld zwar versprochen, aber nicht gezahlt. Der US-Präsident soll die Summe während eines Telefonats mit dem Vater des getöteten Soldaten zugesagt haben. Der Zahlung sei Trump aber nie nachgekommen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Der 22 Jahre alte Soldat war im Juni während eines Einsatzes in Afghanistan ums Leben gekommen.

"Er wusste, worauf er sich einließ"

Inzwischen werfen weitere Hinterbliebene dem US-Präsidenten mangelnden Respekt vor. Trump habe sich in einem Telefonat nicht respektvoll verhalten, sagte die Tante eines US-Soldaten, der vor rund zwei Wochen bei einem Hinterhalt im westafrikanischen Niger ums Leben gekommen war.

Die Abgeordnete der US-Demokraten, Frederica Wilson, spricht vor Journalisten | Bildquelle: AP
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Erhebt Vorwürfe gegen Trump: Die demokratische Abgeordnete Frederica Wilson

Nach Angaben der demokratischen Abgeordneten Frederica Wilson soll Trump gesagt haben, der Mann habe gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete. Aber es tue trotzdem weh, soll Trump ergänzt haben. Die Abgeordnete erklärte, sie habe während des Gesprächs mit der Angehörigen des Soldaten im selben Auto gesessen und das Telefonat mitgehört. Trump hatte die Familien der insgesamt vier gestorbenen Soldaten am Dienstag angerufen.

Auf Twitter wies Trump die Anschuldigungen persönlich zurück. Er bezeichnete die Äußerungen der Abgeordneten Wilson als "komplett erfunden". Er könne das beweisen. Aus dem Weißen Haus kam Kritik an der öffentlichen Debatte. Stabschef John Kelly sei angewidert, dass der Umgang mit getöteten Soldaten politisiert werde, erklärte eine Sprecherin.

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