Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

"Rassismus ist böse" Erleichterung über Trumps Einknicken

Stand: 15.08.2017 07:11 Uhr

Nun spricht also auch Trump von Rassismus. Klare Worte, die sich viele früher gewünscht hätten. Der US-Präsident hat damit auch auf Druck aus seinem Umfeld reagiert - etwa von Stabschef Kelly, der jetzt auf die Absetzung Bannons drängen soll.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Am Ende war wohl der Druck aus der eigenen Partei zu groß geworden. Zwei Tage nach dem schockierenden Aufmarsch ultrarechter Gruppen in Charlottesville verurteilte US-Präsident Donald Trump rechtsextreme Gewalt dann doch mit klaren Worten:

"Rassismus ist böse. Und diejenigen, die in seinem Namen Gewalt anwenden, sind Kriminelle und Verbrecher, wie der Ku Klux Klan, Neonazis sowie die Verfechter einer weißen Vorherrschaft und andere Hassgruppen, die gegen alles sind, was uns als Amerikanern wichtig ist."

Worte, die sich viele Amerikaner früher gewünscht hätten. Noch am Samstag hatte sich Trump geweigert, die Verantwortlichen für die Gewalt in der Universitätsstadt in Virginia beim Namen zu nennen. Stattdessen sprach Trump pauschal von Gewalt "auf vielen Seiten". Dies wurde auch von vielen Republikanern als Verharmlosung rechter Gewalt kritisiert.

Auch Ivankas Tweet reichte nicht

Unter Berufung auf Regierungskreise berichten mehrere US-Medien, Trumps neuer Stabschef John Kelly habe von Anfang an dafür plädiert, dass sich Trump deutlicher von ultrarechten Gruppen distanzieren soll. Am Sonntag sei der Präsident wütend über das negative Echo auf seine erste Stellungnahme gewesen, hieß es. Gleichzeitig habe er jedoch nicht dem öffentlichen Druck nachgeben wollen. Doch weder eine schriftliche Erklärung des Weißen Hauses noch die Twitterbotschaft seiner Tochter Ivanka reichten aus. Also musste Trump selbst nachlegen.

"Es wäre besser gewesen, wir hätten ihn nicht dazu zwingen müssen", sagte der demokratische Bürgermeister von Charlottesville, Michael Signer. "Aber ich bin froh, dass er sich uns allen angeschlossen hat. Jetzt beginnt die harte Arbeit, nach diesen Vorfällen die Demokratie wieder zu stärken." Auch der republikanische Senator Lindsey Graham twitterte "Gut gemacht, Mr. President!"

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, über die Reaktionen auf Trumps Statement
nachtmagazin 01:03 Uhr, 15.08.2017

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"Volle Härte des Gesetzes"

Erstmals erwähnte Trump auch den Namen von Heather Heyer, der 32jährigen Frau, die bei der Auto-Attacke durch einen 20-jährigen Neonazi ums Leben kam. Ihre Mutter Susan Bro betonte im Sender CNN, es sei wichtig gewesen, dass der Präsident die ultrarechten Gruppen beim Namen genannt habe: "Wir müssen Hass kritisieren, wo wir Hass sehen. Und Straftaten benennen, wo wir Straftaten sehen."

Auch Trumps Justizminister und US-Chefankläger Jeff Sessions kündigte im Sender ABC an, die Auto-Attacke von Charlottesville mit der vollen Härte der Gesetze zu bestrafen: "Das fällt unter einheimischen Terrorismus. Sie können davon ausgehen, dass unsere Anklage die höchstmöglichen Strafen fordern wird."

"Er liebte Hitler und die Nazi-Bewegung"

Am Montag wurden auch weitere Einzelheiten über den Fahrer aus Ohio bekannt, der wegen vorsätzlicher Tötung, Körperverletzung und Fahrerflucht angeklagt wird. Schon bevor er am Samstag mit seinem Auto in eine Gruppe friedlicher Gegendemonstranten raste, war er als Sympathisant ultrarechter Gruppen bekannt.

Sein ehemaliger Highschool-Lehrer Derek Weimer sagte dem Sender CBS: "Er liebte Hitler und die Nazi-Bewegung. Die hielt er für Genies. Er war für die Vorherrschaft der Weißen. Weiße sollten wieder bestimmen." Nach einer Grundausbildung beim US-Militär wurde der 20-Jährige wegen mangelnder Leistungen nicht übernommen. Seither arbeitete er bei einer Sicherheitsfirma.

Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm eine jahrzehntelange Haft. Unterdessen meldete der Sender CBS, dass Trumps neuer Stabschef John Kelly darauf dringt, den Chefstrategen im Weißen Haus, Steve Bannon, abzulösen. Bannon war lange Chef der rechtspopulistischen Plattform "Breitbart News" und verfügt über gute Kontakte zur "Alt-Right"-Bewegung in den USA, der sogenannten "Alternativen Rechten".

Charlottesville - positive Reaktionen auf Trumps Statement

15.08.2017 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 15. August 2017 um 01:03 Uhr.

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