Toyota-Logo | Bildquelle: AP

Geldstrafe wegen Diskriminierung Toyota-Tochter ließ Minderheiten mehr zahlen

Stand: 03.02.2016 11:58 Uhr

Wer seit 2011 in den USA ein Auto von Toyota kaufen wollte, hatte Vorteile, wenn die eigene Hautfarbe weiß war. Denn eine Toyota-Tochter diskriminierte jahrelang schwarze und asiatisch abstammende Kunden bei der Kreditvergabe. Das kommt den Autobauer jetzt teuer zu stehen.

Eine Tochterfirma des japanischen Autobauers Toyota muss in den USA 21,9 Millionen Dollar (20,1 Millionen Euro) Strafe zahlen, weil sie Minderheiten beim Autokauf teurere Kredite berechnet hat. Toyota Motor Credit habe Händlern erlaubt, nach Belieben einen Aufschlag für Kredite zu verlangen, teilte die US-Verbraucherschutzbehörde mit. Die Tochterfirma des Autoherstellers wurde bereits seit 2013 wegen den Vorwürfen vom US-Verbraucherschutz untersucht.

Dies habe dazu geführt, dass Kunden mit schwarzer Hautfarbe oder asiatischer Abstammung mehr für Ihre Kredite bezahlten als Kunden mit weißer Hautfarbe, führte die Verbraucherschutzbehörde aus, die die Vorwürfe zusammen mit US-Justizministerium prüfte.

Toyota will nicht gewusst haben, an wen verkauft wurde

Die Behörden teilten ebenfalls mit, dass die Tochterfirma nicht "absichtlich" Kunden diskriminiert habe. Dennoch habe der Ermessensspielraum, der den Mitarbeitern gegeben wurde, dazu geführt, dass Diskriminierungen gegen ausgewählte ethnische Gruppen geschahen. Der Autohersteller erklärte selbst in einer Mitteilung, nur indirekt Kreditgeber zu sein und daher keine Kenntnis über die ethnische Abstammung der Kunden zu haben.

Im Durchschnitt seien Kredite für Schwarze 200 Dollar und bei Kunden asiatischer Herkunft 100 Dollar teurer gewesen, erklärte die Verbraucherschutzbehörde. Es gebe "Tausende" Geschädigte. Die nun verhängte Strafzahlung von 21,9 Millionen Dollar soll daher in einen Fonds fließen, der für die Opfer der Diskriminierung eröffnet wurde. Dies betrifft Kunden, die zwischen Januar 2011 und Januar 2016 einen Kredit zur Finanzierung eines Fahrzeugs aufnahmen.

Tochterfirma begrenzt die eigenen Verdienste

Die Tochterfirma Toyota Motor Credit begrenzte währenddessen den Ermessenspielraum und finanzielle Belohnungen für ihre Mitarbeiter. Von nun an erhalten Filialen von Toyota Motor Credit maximal 1,25 Prozent der Kreditsumme bei Verträgen mit einer Laufzeit unter 60 Monaten. Abgeschlossene Verträge mit einer längeren Laufzeit werden mit einem Prozent der Kreditsumme belohnt.

"Das Justizministerium und die Verbraucherbehörde erwarten, dass diese neuen Obergrenzen die unterschiedlichen Verkaufsstrategien für Kunden verschiedener Herkunft beenden werden", sagte ein Vertreter des Justizministeriums. Die Tochterfirma des Autoherstellers wurde bereits seit 2013 wegen den Vorwürfen vom US-Verbraucherschutz untersucht. Ähnliche Untersuchungen hatten nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde zu vergleichbaren Strafzahlungen bei anderen großen Kreditunternehmen geführt.

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