Thersa May vor ihrem Amtssitz in Downing Street | Bildquelle: AP

Tory-Parteitag Missstimmung in Manchester

Stand: 01.10.2017 03:11 Uhr

Vielleicht wundert sich Theresa May selbst, dass sie noch britische Premierministerin ist. Seit der Schlappe bei den Parlamentswahlen gilt sie als Auslaufmodell. Auch auf dem Parteitag der Torys muss May mit Gegenwind rechnen.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London, zurzeit Manchester

Die britische Premierministerin hat in Manchester etwas zu feiern: Ihren 61. Geburtstag.

Sie freue sich schon darauf, ihren Geburtstag auf einem großartigen Parteitag zu feiern, so Theresa May. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass das wirklich ein großartiger Parteitag wird, denn außer dem Geburtstag der Chefin haben die Konservativen nicht viel zu feiern. Sie haben schließlich gerade eine Unterhauswahl in den Sand gesetzt.

Eine Wahl, die May vorgezogen hatte, um die eigene Mehrheit zu vergrößern. Stattdessen haben ihre Torys die Mehrheit verloren und halten sich nur noch mit den teuer erkauften Stimmen einer kleinen Partei nordirischer Protestanten an der Macht.

Britische Premierministerin May bei Tory-Parteitag unter Druck
tagesschau 20:00 Uhr, 01.10.2017, Julie Kurz, ARD London

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Die Verantwortliche steht fest

Das Wahlergebnis sei nicht das gewesen, was sie erhofft oder erwartet habe, so May kurz vor dem Parteitag. Es sei im Wahlkampf einfach nicht gelungen, klar zu machen, was ihre Regierung antreibe. Dafür trägt vor allem eine die Verantwortung: Theresa May selber. Denn der Wahlkampf war vollkommen auf ihre Person zugeschnitten, die sich dann aber nicht als zugkräftig erwies.

Und bei der wichtigsten Aufgabe, vor der das Land steht, ist die Premierministerin bisher kaum voran gekommen: Die Brexit-Verhandlungen in Brüssel treten auf der Stelle, obwohl der Austrittstermin März 2019 immer näher rückt.

Theresa May bei ihrer Rede in Florenz. | Bildquelle: AP
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Mays Rede in Florenz sollte ein Befreiungsschlag werden - das Vorhaben misslang nach Ansicht von Beobachtern.

Signal aus Florenz

Deshalb wollte May, vor gut einer Woche, rechtzeitig vor dem Parteitag, Schwung in die Verhandlungen bringen. Sie fuhr extra ins geschichtsträchtige Florenz, um von dort aus die EU freundlicher  zu stimmen.

"Lassen Sie uns hier in dieser Stadt der Kreativität und der Wiedergeburt unser Denken öffnen für das, was möglich ist. Für eine neue Ära der Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union. Und eine stärkere, gerechtere, reichere Zukunft für uns alle. Denn das ist der Preis, der uns winkt, wenn wir die Verhandlungen zum Erfolg führen."

May ging in Florenz auf die EU zu: Sie bot Milliardenzahlungen an für den Austritt an und voraussichtlich auch für die Zeit danach und gab gleichzeitig neue Garantien für den Aufenthaltsstatus der EU-Bürger in Großbritannien.

Bislang ohne Erfolg. Die EU zeigte den Briten auch bei der jüngsten Verhandlungsrunde die kalte Schulter. Die EU gebe so die Premierministerin zum Abschuss frei, heißt es in britischen Regierungskreisen. Dabei seien diejenigen in ihrer Partei, die nur darauf warteten, ihre Nachfolger anzutreten, doch viel schlimmer. Boris Johnson zum Beispiel, der Außenminister, ein Spieler, der die Verhandlungen in Brüssel mit seinen Blütenträumen von einem paradiesischen Großbritannien außerhalb der EU endgültig zum Scheitern bringen würde.

Boris Johnson gibt nach der May-Rede in Florenz ein Interview. | Bildquelle: REUTERS
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Auf ihn muss Theresa May weiter achten: Außenminister Boris Johnson

Flotte Worte des Rivalen

Johnson bezeichnete Mays Rede zwar als erbaulich, positiv und selbstsicher. Doch solche Bemerkungen gelten in London eher als Lippenbekenntnis.

Noch bizarrer als Johnson ist der neue Liebling der Konservativen Jacob Rees-Mogg. Ein Exzentriker, der stolz darauf ist, bei seinen inzwischen sechs Kindern nie eine Windel gewechselt zu haben, und der am liebsten Abtreibungen, auch nach Vergewaltigungen, wieder verbieten möchte.

Auch er wehrt natürlich alle Spekulationen über eine May-Nachfolge ab. Die Lage müsse schon sehr verzweifelt sein, um auf einen so unwahrscheinlichen Kandidaten wie ihn zu kommen, sagt Rees-Mogg.  

Für viele Konservative ist die Lage allerdings verzweifelt. Doch zumindest diesen Parteitag wird May überstehen. Schon allein, weil der Kampf um ihre Nachfolge Monate dauern würde, und sich Großbritannien während der Brexit-Verhandlungen kein Vakuum an der Spitze leisten kann.

Kein Jubel-Parteitag in Manchester erwartet
J.-P. Marquardt, ARD London
30.09.2017 11:21 Uhr

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