Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Zahlreiche US-Staaten müssen die Vollstreckung von Todesurteilen in diesem Jahr voraussichtlich umplanen. Der einzige zugelassene US-Hersteller eines Gifts, das für die Hinrichtungen benötigt wird, will die Produktion des Stoffs einstellen, berichteten amerikanische Medien.
[Bildunterschrift: In Gefängnissen in den USA warten zum Tode Verurteilte oft Jahre auf ihre Hinrichtung. ]
Das Unternehmen Hospira aus dem Bundesstaat Illinois wollte die Herstellung des Narkosemittels Natrium-Thiopental eigentlich in Italien fortsetzen, nachdem ein Engpass die Produktion vorübergehend gestoppt hatte. Doch das EU-Land habe die Ausfuhr des Medikamentes in die USA verboten, weil es dort zu Hinrichtungen verwendet werde.
Das Mittel ist einer von drei Bestandteilen des tödlichen Giftcocktails, den Todeskandidaten bei den durchschnittlich 55 Vollstreckungen im Jahr meist bekommen. In den USA hat Hospira nach eigenen Angaben seit 2009 keine Produktionsstätte mehr für das Gift. Die Knappheit des Mittels hatte im vergangenen Jahr bereits dazu geführt, dass in Oklahoma ein Mörder mit einem Mittel zum Einschläfern von Tieren hingerichtet wurde.
[Bildunterschrift: Rösler versucht zu verhindern, dass deutsche Firmen das Gift liefern. ]
Auch in Deutschland hatte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler an die Pharmaindustrie appelliert, den USA das Betäubungsmittel nicht zu liefern. Nach einem Bericht der "SZ" hat Rösler die Herstellerfirmen und den Großhandelsverband in einem Schreiben eindringlich gebeten, Anfragen aus den USA zur Lieferung von Thiopental nicht zu entsprechen. Das Ministerium hat laut dem Zeitungsbericht auch ein Ausfuhrverbot geprüft, jedoch keine rechtliche Möglichkeit dafür gefunden.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW