Der Attentäter von Charleston, Dylann Roof | Bildquelle: AP

Angriff auf Kirche in den USA Charleston-Attentäter zum Tode verurteilt

Stand: 11.01.2017 00:34 Uhr

Am 17. Juni 2015 stürmte Dylann Roof während einer Bibelstunde in eine Kirche und eröffnete das Feuer: Allein aus Hass tötete er neun schwarze Menschen. Nun soll er dafür hingerichtet werden. Reue zeigte der 22-Jährige in seinem Schlussplädoyer nicht.

Ein US-Bundesgericht hat den Todesschützen von Charleston zum Tode verurteilt. Dylann Roof solle für die Ermordung von neun schwarzen Gläubigen in einer Kirche mit dem Leben bezahlen, entschied eine Jury in Charleston. Seine Hinrichtung solle per Todesspritze geschehen. Es ist das erste Mal, dass ein US-Bundesgericht einen Menschen wegen eines Hassverbrechens zum Tode verurteilt.

Roof hatte sich am 17. Juni 2015 in der Emanuel AME Church in Charleston unter die schwarzen Teilnehmer einer Bibelstunde gemischt und dann plötzlich um sich gefeuert. Er tötete den Pastor und acht Gemeindemitglieder. Die Kirche ist die älteste afroamerikanische Kirche in den Südstaaten.

Polizist beseitigt Absperrung vor Kirche in Charleston | Bildquelle: AFP
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Die Emanuel AME Church in Charleston.

Roof bezeichnet sich selbst als Rassist

Der 22-jährige Weiße, der sich selber als Rassist bezeichnet, hatte sich zu der Tat ausdrücklich bekannt. Er war in 33 Punkten angeklagt, unter anderem wegen Mordes und Hassverbrechens. Bereits im Dezember wurde Roof in allen Punkten schuldig gesprochen.

Staatsanwalt Jay Richardson sagte im Prozess, die zwölf Teilnehmer der Bibelstunde "hießen an jenem Abend eine 13. Person willkommen... mit einem netten Wort, einer Bibel, einem Traktat und einem Stuhl. Er war mit einem hasserfüllten Herzen und einer Glock-Pistole gekommen."

Im Prozess hatten Überlebende die Tat in bewegenden Worten geschildert. Als Bilder gezeigt wurden, brachen Mitglieder der Jury in Tränen aus. Roof hatte ausgesagt, sich fast nicht getraut zu haben - dann aber habe er sich doch entschlossen. Mehr als 70 Mal feuerte er auf die wehrlosen Gläubigen.

Rassentrennung wieder herstellen

Vor der Tat hatte Roof im Internet ein Pamphlet zu seinen rassistischen Motiven veröffentlicht. Mehrmals war er zu der Kirche gegangen, um den Ort auszukundschaften. Er hatte auch mehrfach Freunden gegenüber geäußert, dass er Afroamerikaner töten wolle. Die Schusswaffe kaufte er sich von dem Geld, das er zu seinem 21. Geburtstag von seinen Eltern bekam.

Bereits bei seiner Festnahme legte Roof ohne Umschweife ein Geständnis ab. Im FBI-Verhör sagte er aus, er habe mit der Tat die Trennung zwischen Schwarzen und Weißen wiederherstellen oder Krieg zwischen den Ethnien schüren wollen. Während des Verfahrens vorgebrachte Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit wischte er selbst beiseite.

Keine Reue

Die Tat löste über die USA hinaus Entsetzen aus und bewegte US-Präsident Barack Obama dazu, bei einer Gedenkfeier für die Opfer das "Amazing Grace" zu singen, eine Hymne der Schwarzen-Bewegung.

Beim Strafmaß ging es nun für Roof darum, ob er lebenslang ins Gefängnis kommen oder per Giftspritze hingerichtet werden sollte. Roof vertrat sich vor Gericht selbst und forderte die Jury in seinem Schlussplädoyer nicht auf, ihn vor der Todesstrafe zu bewahren. Er sei sich nicht sicher, "was es bringen würde", um eine lebenslange Gefängnisstrafe zu bitten, sagte er. Reue für die Taten zeigte Roof nicht. Er habe das Gefühl gehabt, dass er die Morde habe begehen müssen, erklärte er. So denke er immer noch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2017 um 05:30 Uhr.

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