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Die USA haben Medienberichten zufolge den radikalislamischen Prediger Anwar al Awlaki, der die US-Staatsbürgerschaft besitzt, zur gezielten Tötung freigegeben. Der im Jemen lebende Awlaki sei direkt an Anschlagsplanungen beteiligt, zitierte die "New York Times" Vertreter der US-Geheimdienste. Die Entscheidung sorgt in den USA für Aufsehen, denn es ist wohl das erste Mal, dass die US-Regierung einen ihrer Staatsbürger zur gezielten Tötung freigibt.
[Bildunterschrift: Steht auf der Todesliste: Anwar al Awlaki (undatierte Archivaufnahme) ]
"Die Gefahr, die von Awlaki ausgeht, ist nicht nur auf Worte beschränkt", sagte ein Geheimdienstvertreter der Zeitung. "Er ist in Anschlagspläne verwickelt." Der Prediger sei "durch seine eigenen Taten" zur "Bedrohung der Sicherheit" in den USA geworden. Die Entscheidung zur gezielten Tötung wurde demnach bereits Anfang des Jahres getroffen. Awlakis Name sei auf eine entsprechende Liste gesetzt worden, berichtete die "Los Angeles Times".
"Awlaki weiß, was er getan hat, und er weiß, dass wir ihn nicht mit Handschlag und Blumen begrüßen werden", sagte der Geheimdienstmitarbeiter der "New York Times". Der Prediger steht im Verdacht, Verbindungen zu Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel zu unterhalten. Er soll auch Kontakt mit dem Nigerianer Farouk Abdulmutallab gehabt haben, der an Weihnachten ein US-Passagierflugzeug in die Luft zu sprengen versuchte. Außerdem soll er mit einem arabischstämmigen US-Offizier kommuniziert haben, der Anfang November auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen tötete.
Die "New York Times" wertete es als "außergewöhnlichen Schritt", dass die USA auf die gezielte Tötung eines ihrer Staatsbürger hinarbeiteten. Im Februar hatte Geheimdienstkoordinator Dennis Blair vor einem Ausschuss des US-Kongresses im Grundsatz bestätigt, dass ein solcher Schritt möglich sei. Sollte das Vorgehen gegen den Terrorismus die Tötung eines US-Bürgers erfordern, "dann holen wir dafür eine besondere Genehmigung ein", sagte Blair damals.
Diese soll US-Präsident Barack Obama bereits vor einiger Zeit erteilt haben. Beinahe wäre Awlaki auch schon getötet worden: Bei einem von den USA unterstützten Angriff jemenitischer Sicherheitskräfte auf ein Al-Kaida-Treffen.
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