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Telekom-Chef Obermann hat die Verkaufspläne für die US-Mobilfunktochter an den Konkurrenten AT&T verteidigt. Er rechne mit einer raschen Zustimmung der US-Behörden, sagte er auf der Hauptversammlung. Doch im US-Senat musste sich der Konzern den Fragen besorgter Politiker stellen.
Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Die Deutsche Telekom will T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an AT&T verkaufen. ]
Noch im Januar hatte Philipp Humm ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Bis 2015 wolle T-Mobile USA den Konkurrenten Sprint Nextel von Platz 3 verdrängen. Doch seit die Fusionspläne mit AT&T offiziell bekannt sind, muss der T-Mobile-Manager Gewerkschafter und Politiker beruhigen, die sich um Arbeitsplätze sorgen. Vor allem muss er sich um kritische Wettbewerbshüter kümmern. Denn auch die wissen: Würden alle heutigen AT&T- und T-Mobile-Nutzer nach der Fusion bei der Stange bleiben, würde der neue Riese 131 Millionen Kunden versorgen. Der heutige US-Marktführer Verizon Wireless zählt rund 106 Millionen Kunden.
In einer Anhörung des Anti-Monopol-Unterausschuss im US-Senat erklärte Humm nun, das von ihm seit 2010 geführte Unternehmen sei "nicht länger allein konkurrenzfähig". Tatsächlich verliert T-Mobile USA seit Jahren an Kunden. Das Unternehmen verschlief die Umstellung auf den schnelleren G3-Internetzugang und ist von Apple-Angeboten ausgeschlossen. Die Empfangbarkeit ist sehr lückenhaft. "Die neue Funk- und High-Speed-Internetstruktur kann vom Mutterkonzern Deutsche Telekom nicht im benötigten Umfang finanziert werden", sagte Humm. Man brauche einen starken US-Partner.
[Bildunterschrift: AT&T-Chef Randall Stephenson versuchte Wettbewerbsbedenken auszuräumen. ]
Das konnten die Senatoren durchaus nachvollziehen. Doch vor allem wollten sie wissen, was Randall Stephenson zu sagen hat. Der aus dem AT&T-Hauptquartier in Dallas angereiste Vorstandschef erklärte, "die amerikanische Drahtlosindustrie" werde "weltweit einer der konkurrenzbetontesten Märkte bleiben". Selbst nach dem Deal mit der Deutschen Telekom könnten die amerikanischen Mobilfunkkunden "in 18 der Top-20-Märkte zwischen mindestens vier Anbietern wählen." Außerdem seien die beiden Fusionskandidaten in den besonders attraktiven Märkten der Millionen-Metropolen von Atlanta bis New York kaum oder gar nicht vertreten, wohl aber kleinere, regionale Konkurrenten. Dass der Riese diese plattmachen wird, kann Stephenson nicht erkennen.
Etliche Senatoren dagegen schon, und erst recht Daniel Hesse, der Vorstandschef von Sprint Nextel: Regionale Anbieter würden zwischen den beiden verbliebenen Mega-Anbietern aufgerieben, die Preise für die Kunden hochgehalten, sagte er. Die Fusion wäre "nur für drei Großkonzerne positiv: für AT&T und Verizon", die anschließend vier Fünftel des US-Mobilfunkmarktes beherrschen würden, "und für die Deutsche Telekom".
Der Bonner Konzern hatte im Jahr 2000 unter der Ägide von Ron Sommer den US-Mobilfunkanbieter Voice Stream für gigantische 50,7 Milliarden Dollar gekauft und in T-Mobile USA umbenannt. Das damals ausgerufene mittelfristige Ziel lautete: 25 Prozent Marktanteil. Es wurde nie auch nur ansatzweise erreicht. Derzeit sind es zwölf Prozent. Dürfte die Deutsche Telekom AG ihre US-Tochter an AT&T verkaufen, wäre sie ein Dauerproblem los, bekäme 25 Milliarden Dollar in bar und dazu Aktienoptionen, die einem achtprozentigen Anteil an AT&T entsprechen und einen Sitz im Aufsichtsrat.
Doch auch nach der Senatsanhörung bleibt der Eindruck, als hätten Humm und Stephenson noch viel zu tun, um besorgte US-Politiker zu beruhigen. Und wichtiger noch: um die Regulierungsbehörde FCC und das US-Justizministerium zu überzeugen. Denn die sind für die Genehmigung des Fusionsplanes zuständig.
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