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Konflikt im Norden Malis

Islamisten zerstören Gräber in Timbuktu

Islamistische Rebellen haben in der malischen Wüstenstadt Timbuktu die Zerstörung jahrhundertealter Gebäude fortgesetzt. Nach Angaben von Augenzeugen begannen sie damit, Gräber der größten Moschee der Stadt einzureißen. "Sie sind dabei, zwei Mausoleen der großen Djingareyber-Moschee zu zerstören", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. Demnach zerstörten die Männer die Gräber, die in der charakteristischen Lehmbauweise erbaut wurden, mit Hacken und Meißeln.

Zerstörung "ohne Ausnahme"

Die Djingareyber-Moschee in Timbuktu.
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Die Djingareyber-Moschee in Timbuktu.

Die in Regionen des nördlichen Mali herrschenden Islamisten hatten Ende Juni damit begonnen, die zum Weltkulturerbe zählenden Bauten einzureißen.

Mitglieder der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine zerstörten sieben der insgesamt 16 Mausoleen in der Wüstenstadt und kündigten an, auch die weiteren Grabmäler "ohne Ausnahme" zu zerstören. Vor einer Woche zerstörten sie zudem eine Tür an der Sidi-Yahya-Moschee, deren Öffnen dem örtlichen Glauben zufolge Unglück bringt.

Moscheen aus dem 14. und 16. Jahrhundert

Nach Ansicht der Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen gegen den Islam, der den Gläubigen gebietet, allein Allah zu verehren. Im Glauben der Bevölkerung spielen die Heiligen aber eine wichtige Rolle als Beschützer der Stadt.

Die Heiligengräber sowie die drei großen Moscheen in Timbuktu stammen aus der Blütezeit der Stadt zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, als sie ein wichtiger Knotenpunkt der Karawanenstraßen und ein Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit war. Seit 1988 gehören die Bauten zum Weltkulturerbe.

Islamisches Recht und Scharia

Nach dem Putsch am 22. März gegen den früheren Präsidenten Amadou Toumani Touré im März haben mehrere islamistische Gruppen und Tuareg-Rebellen die gesamte Nordhälfte Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Später vertrieben die Islamisten dann die Tuareg. Die islamistische Gruppierung Ansar Dine und die Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO) wollen dort das islamische Recht der Scharia einführen.

Stand: 10.07.2012 15:12 Uhr

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