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Antikes Weltkulturerbe in Mali verwüstet

Islamisten zerstören heilige Grabstätten in Timbuktu

Islamisten haben offenbar einen Zerstörungszug gegen Weltkulturerbestätten in Mali angetreten und bereits mehrere antike Mausoleen dem Erdboden gleich gemacht. Wie Augenzeugen berichten, hätten Rebellen drei Grabstätten islamischer Heiliger in Timbuktu verwüstet. Die Kämpfer der Gruppe Ansar Dine seien mit Schnellfeuergewehren und Spitzhacken bewaffnet und hätten die Zerstörung aller Mausoleen im Land angekündigt. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida.

Bewaffnete Rebellen in Mali
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Bewaffnete Kämpfer der Rebellengruppe Ansar Dine.

Wegen des bewaffneten Konflikts in Mali hatte das UNESCO-Welterbekomitee die Wüstenstadt Timbuktu erst am Donnerstag auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Die Islamisten reagieren mit ihrem Zerstörungszug nach eigener Aussage auf die Entscheidung des Welterbekomitees. Ein Sprecher sagte, die Rebellen handelten "im Namen Gottes" und wollten jedes Mausoleum in der Stadt zerstören. Die Gruppe Ansar Dine kämpft für die Durchsetzung des Islamischen Rechts, der Scharia. Sie akzeptiert keine Heiligenverehrung und lehnt entsprechende Stätten ab.

Die Zerstörungen riefen international Entsetzen hervor. "Das sind tragische Nachrichten für uns alle", erklärte die Vorsitzende des UNESCO-Exekutivkomitees, Alissandra Cummins. Sie appellierte an alle Konfliktparteien in Mali, Verantwortung zu zeigen. Ähnlich äußerte sich die russische Sitzungsleiterin des Weltkulturerbe-Komitees Jeleonor Mitrofanowa: "Verschonen Sie das Erbe", sagte sie an die Islamisten gerichtet.

Die Stadt Timbuktu - hier im Jahr 2011 - gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
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Timbuktu steht auf der Liste des gefährdeten Weltkulturerbes.

Antike Manuskripte in Timbuktu - die UNESCO erklärte sie zu gefährdetem Kulturerbe.
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Antike Manuskripte im Islamischen Zentrum der Stadt.

Islamisten und Soldaten kämpfen um die Vorherrschaft

Timbuktu liegt rund 1000 Kilometer nördlich von Malis Hauptstadt Bamako am Rande der Sahara und wird auch "Stadt der 333 Heiligen" genannt. Die zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert von Tuareg-Stämmen gegründete Stadt war ein geistiges Zentrum des Islam und beherbergt Tausende historische Manuskripte. Neben drei großen Moscheen gehören 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe.

Im März hatten Tuareg-Rebellen und Ansar Dine den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Die Islamisten kämpfen gegen die Regierungstruppen um die Herrschaft in Mali.

Stand: 30.06.2012 17:51 Uhr

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