Rex Tillerson im US-Senat | Bildquelle: REUTERS

Tillerson zu Russland "Gefährlich, aber nicht unberechenbar"

Stand: 11.01.2017 16:54 Uhr

Der künftige US-Außenminister Tillerson war bislang Chef des Ölkonzerns ExxonMobil und unterhielt gute Kontakte nach Moskau. Auch in seiner künftigen Funktion setzt er auf Zusammenarbeit mit Russland, nennt den Kurs der russischen Regierung aber zugleich "gefährlich".

Der künftige US-Außenminister Rex Tillerson sieht in den Handlungen der russischen Regierung eine Bedrohung. Russland stelle eine Gefahr dar, es sei aber nicht unberechenbar, was die Verfolgung seiner eigenen Interessen angehe, sagte Tillerson einer Anhörung im Senat.

Es sei wünschenswert, dass die Regierungen in Washington und Moskau nach wie vor zusammenarbeiteten. Mit seinem jüngsten Vorgehen habe Russland aber amerikanische Interessen missachtet. "Wir müssen unser Verhältnis mit Russland klaren Auges sehen", sagte Tillerson vor den Senatoren, die ihn in seinem Amt bestätigen müssen.

Abgrenzung von früheren Geschäftsbeziehungen

Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland bezeichnete er als unrechtmäßig. Russland habe sich damit Territorium angeeignet, auf das es kein Anrecht gehabt habe.

Tillerson grenzte sich damit von seinen früheren geschäftlichen Beziehungen zu Russland ab. Als Präsident des weltgrößten Erdölkonzerns ExxonMobil hatte er enge Verbindungen zur Regierung von Präsident Wladimir Putin unterhalten. Er war in dieser Position auch entschiedener Gegner der Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise.

Klare Worte zu Iran und Nordkorea

Rex Tillerson im US-Senat | Bildquelle: REUTERS
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Tillerson verspricht den Senatoren ein entschlossen Auftreten in der Weltpolitik.

Der 64 Jahre alte angehende Chefdiplomat hatte bisher kein politisches Amt inne. Seine Anhörung wurde überschattet von Berichten über kompromittierendes Material, das Russland angeblich über den künftigen Präsidenten Trump gesammelt haben soll.

Tillerson versprach während der Anhörung im Senat ein entschlossenes Auftreten seines Landes in der Weltpolitik. Unter der Ägide eines Präsidenten Donald Trump würden die USA wieder die Führung auf der außenpolitischen Bühne übernehmen.

Ähnlich wie zu Russland gab Tillerson auch zu China eine zwiespältige Einschätzung ab. "China ist zu einer Wirtschaftsmacht im Welthandel geworden, und unsere Interaktionen waren sowohl freundlich als auch feindlich.". Eindeutiger war seine Position zu Iran und Nordkorea. Beide Staaten bezeichnete er als "Feinde". Sie stellten "eine große Bedrohung für die Welt dar, weil sie sich nicht an internationale Normen halten".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2017 um 04:55 Uhr.

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