Wladimir Putin | Bildquelle: AFP

Giftgasangriff in Syrien Russland will UN-Untersuchung

Stand: 11.04.2017 21:41 Uhr

Russland will den mutmaßlichen Gasangriff in Syrien untersuchen lassen. Zugleich rechnet Putin mit weiteren "Provokationen" mit Chemiewaffen. Vor diesem angespannten Hintergrund findet der Besuch von US-Außenminister Tillerson in Moskau statt.

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien will Russland die Vereinten Nationen in Den Haag bitten, den Vorfall offiziell zu untersuchen. "Wir gehen davon aus, dass derartiges Vorgehen offiziell geklärt werden soll", sagte Kremlchef Wladimir Putin der Agentur Interfax. Sein Land habe Geheimdienstinformationen über geplante "Provokationen" mit Chemiewaffen erhalten, mit denen der syrischen Regierung die Schuld gegeben würde, sagte Putin.

Tillerson zu Gesprächen in Moskau eingetroffen
tagesschau 20:00 Uhr, 11.04.2017, Udo Lielischkies, ARD Moskau

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USA: Russland will Hintergründe vertuschen

Diesen Vorwurf wiesen hochrangige Vertreter der US-Regierung zurück: Russland habe schon in der Vergangenheit widersprüchliche Informationen verbreitet, um Verwirrung zu stiften, verlautete aus Washington. Die Regierung in Moskau wolle vom Verbündeten Syrien ablenken und die Glaubwürdigkeit der syrischen Regierungsgegner untergraben.

Im Gegenzug warf die US-Regierung Russland vor, die Hintergründe des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Syrien verschleiern zu wollen. Ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, forderte den Kreml dazu auf, die die gezielte Verbreitung von Desinformationen zu stoppen. Man untersuche weiterhin, ob Russland vorab von dem Vorfall wusste.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, derzeit gebe es in den US-Geheimdiensten "keinen Konsens" darüber, ob Russland in den Angriff involviert gewesen sei oder nicht. Moskau steht den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in dem Bürgerkrieg militärisch zur Seite.

Neuer Entwurf für UN-Sicherheitsrat

Die USA und westliche Verbündete wollen im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zum Syrien-Konflikt verabschieden lassen, in der eine Untersuchung des mutmaßlich von Regierungstruppen verübten Giftgasangriffs gefordert wird.

Den entsprechenden Entwurf brachten die USA zusammen mit Frankreich und Großbritannien in das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen ein, wie der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft am im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Matthew Rycroft @MatthewRycroft1
With US & France, UK has circulated revised draft resolution on #Syria condemning CW attack & requiring full cooperation with investigation

Jede Seite hat ihre eigene Erklärung

Die USA und ihre Verbündeten gehen davon aus, dass syrische Flugzeuge Gasbomben abgeworfen haben. Aus Sicht der russischen Führung haben dagegen konventionelle Bomben ein Waffenlager der Rebellen getroffen, in dem der chemische Kampfstoff aufbewahrt wurde.

Bei dem mutmaßlichen Einsatz von Giftgas in der syrischen Provinz Idlib waren vergangene Woche mehr als 80 Menschen getötet worden. Die syrische Regierung bestreitet, dafür verantwortlich zu sein.

"Schwierigste Zeit seit dem Kalten Krieg"

Gespannt blicken Beobachter jetzt auf den ersten Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in Moskau. Es ist die erste Visite eines Mitglieds der neuen US-Regierung in Russland. Und: Die Liste der Streitthemen zwischen Moskau und Washington ist lang.

Das russische Außenministerium warnte vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen, sollten die sich häufenden Probleme nicht gelöst werden. "Es ist offensichtlich, dass die russisch-amerikanischen Beziehungen die schwierigste Zeit seit dem Ende des Kalten Krieges durchleben."

Tillerson traf am Nachmittag in Moskau ein, wo er morgen mit Außenminister Sergej Lawrow verhandeln will. Ob er auch von Präsident Wladimir Putin empfangen wird, ist noch offen. Der Kreml bestätigte den Termin bislang nicht.

Rex Tillerson verlässt eine US-Regierungsmaschine | Bildquelle: REUTERS
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Rex Tillerson verlässt in Moskau eine US-Regierungsmaschine

Appell an Russland

Tillerson rief Russland vor seiner Abreise nach Moskau auf, eine klare Position im syrischen Bürgerkrieg zu beziehen, ob es mit dem Westen einerseits oder mit der syrischen Führung und dem Iran andererseits zusammenarbeiten wolle.

Im italienischen Lucca forderten die G7-Staaten von Russland eine konstruktivere Rolle, um den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte, Tillerson habe die ausdrückliche Unterstützung, Russland dazu zu bewegen, einen politischen Prozess in Gang zu setzen und einen Waffenstillstand durchzusetzen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. April 2017 um 16:41 Uhr

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