Rex Tillerson | Bildquelle: AFP

Konflikt mit Nordkorea Trump brüskiert eigenen Außenminister

Stand: 01.10.2017 17:22 Uhr

US-Präsident Trump hat Verhandlungen mit Nordkorea als Zeitverschwendung abgetan. US-Außenminister Tillerson "verschwendet seine Zeit zu versuchen, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln", twitterte Trump über dessen diplomatische Bemühungen.

US-Präsident Donald Trump hat Außenminister Rex Tillerson wegen dessen Gesprächsbereitschaft gegenüber Nordkorea öffentlich brüskiert. "Ich habe Rex Tillerson, unserem wunderbaren Außenminister, gesagt, dass er seine Zeit vergeudet, indem er versucht, mit Little Rocket Man zu verhandeln", twitterte Trump. "Spar dir deine Energie, Rex, wir werden tun, was getan werden muss."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I told Rex Tillerson, our wonderful Secretary of State, that he is wasting his time trying to negotiate with Little Rocket Man...
Donald J. Trump @realDonaldTrump
...Save your energy Rex, we'll do what has to be done!

Trump ließ offen, welche Maßnahmen das sein könnten. In den vergangenen Wochen drohte er Nordkorea wiederholt mit einem Militärschlag. "Little Rocket Man" (Kleiner Raketenmann) ist Trumps Bezeichnung für Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un.

Tillerson hofft auf diplomatische Lösung

Tillerson hatte am Samstag in Peking erklärt, die USA loteten die Bereitschaft der Führung in Pjöngjang zum direkten Dialog aus. Das US-Außenministerium erklärte später, es gebe keine Anzeichen, dass Nordkorea zu Gesprächen bereit sei.

Tillerson Trump | Bildquelle: REUTERS
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US-Außenminister Tillerson (links) wurde von Trump auf Twitter kritisiert.

Nordkorea hatte am 3. September seinen bislang stärksten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testet das isolierte Land regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Die US-Regierung hatte wiederholt erklärt, dass eine "militärische Option" auf dem Tisch bleibe. Trump drohte dem Land kürzlich sogar mit "vollständiger Vernichtung". Tillerson gilt dagegen als Vertreter einer Politik der "friedlichen Druckausübung" auf Pjöngjang - etwa über verschärfte Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Oktober 2017 um 17:32 Uhr.

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