Rex Tillerson | Bildquelle: AFP

Atomstreit USA wollen direkt mit Nordkorea sprechen

Stand: 30.09.2017 22:47 Uhr

Die USA stehen laut Außenminister Tillerson jetzt in direktem Kontakt mit Nordkorea, um die Möglichkeit von Verhandlungen über dessen Atomprogramm auszuloten. Bislang gibt es aber keinen Hinweis, dass Nordkorea an Gesprächen interessiert ist.

Nach Wochen der verbalen Eskalation gehen die USA einen Schritt auf Nordkorea zu. US-Außenminister Rex Tillerson sprach bei einem Besuch in Peking von direkten Kommunikationskanälen nach Pjöngjang. Man stehe in Kontakt, um die Möglichkeit von Verhandlungen über dessen Atom- und Raketenprogramm auszuloten. "Wir können mit ihnen reden, und wir reden mit ihnen", sagte Tillerson sagte Tillerson der "New York Times" zufolge vor Journalisten in Peking. Danach gefragt, ob die Kommunikationsdrähte über China liefen, verneinte er. "Direkt", sagte er. "Wir haben unsere eigenen Kanäle."

Nordkorea signalisiert bislang kein Interesse

Allerdings haben die USA nach Angaben des Außenministeriums keine Hinweise darauf, dass Nordkorea an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert ist. Das betonte Sprecherin Heather Nauert. "Trotz Zusicherungen, dass die USA nicht daran interessiert sind, den Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes zu fördern, Regimewandel zu verfolgen, die Wiedervereinigung der Halbinsel zu beschleunigen oder Kräfte nördlich der demilitarisierten Zone zu mobilisieren, haben nordkoreanische Offizielle keine Hinweise gegeben, dass sie an Gesprächen bezüglich Denuklearisierung interessiert oder dazu bereit sind."

Zuvor hatten China und die USA ihren Austausch über das Vorgehen gegen die Provokationen Nordkoreas intensiviert. Der Konflikt um Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm stand im Mittelpunkt der Gespräche von Tillerson mit der chinesischen Führung in Peking.

US-Auߟenminister Rex Tillerson wird in Peking, China, von seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi begrüߟt.
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US-Auߟenminister Tillerson ist zu Besuch in Peking - und spricht auch über Nordkorea.

Martialische Töne

Die USA hatten versucht, China zu mehr Druck auf Nordkorea zu drängen, das rund 90 Prozent seines Handels über den großen Nachbarn abwickelt. Peking ist aber gespalten: Zwar will das Land in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen. Jedoch fürchtet China einen Kollaps Nordkoreas, der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte.  Die Regierung in Peking will deswegen nicht zu weit gehen, setzt aber die mitbeschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea um. So ordnete die chinesische Führung erst am Donnerstag im Rahmen der UN-Beschlüsse eine Schließung aller nordkoreanischen Unternehmen in China bis Ende Januar an, lehnt aber ein von den USA gefordertes komplettes Öl-Embargo gegen Nordkorea ab.

Zuletzt hatten die USA und Nordkorea im Konflikt um das Atom- und Raketenprogramm des ostasiatischen Landes auf äußerst martialische Töne gesetzt. US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea sogar mit der "vollständigen Vernichtung" gedroht, falls das Land seine atomare Aufrüstung fortsetze. Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho wertete dies als Kriegserklärung. Angesichts der Eskalation hatten US-Partnerländer wie Deutschland einen Dialog angemahnt, um die Eskalation zu beenden.

Nordkorea hatte am 3. September seinen bislang stärksten Atomwaffentest vorgenommen. Zudem testet das isolierte Land regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Nordkorea arbeitet erklärtermaßen an der Entwicklung einer Rakete, die einen Atomsprengkopf bis aufs Festland der USA tragen kann. Die USA wollen dies verhindern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. September 2017 um 15:00 Uhr.

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