Der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson | Bildquelle: REUTERS

Konflikt mit Nordkorea Tillerson versucht im Atomstreit zu beruhigen

Stand: 02.08.2017 08:55 Uhr

Die USA bemühen sich, die angespannte Situation mit Nordkorea zu lösen. Außenminister Tillerson sagte, sein Land strebe keinen Regimewechsel in Pjöngjang an. Er äußerte sich damit jedoch deutlich zurückhaltender als Präsident Trump und dessen Sprecherin Sanders.

Die USA wollen nach Worten von Außenminister Rex Tillerson die nordkoreanische Regierung nicht stürzen. "Wir streben keinen Regimewechsel an", sagte Tillerson vor Reportern in Washington. Man wolle auch keinen Zusammenbruch der Regierung, eine beschleunigte Wiedervereinigung oder einen Vorwand für einen US-Militäreinsatz.

"Wir sind nicht Ihr Feind, aber Sie stellen eine nicht hinnehmbare Gefahr dar, und wir müssen reagieren", so Tillerson. Man wolle "friedlichen Druck" auf Nordkorea ausüben, um die Regierung zu diplomatischen Gesprächen zu bewegen. Eine Bedingung für solche Gespräche müsse aber sein, dass das Land sich dazu bereit erkläre, sein Atomprogramm aufzugeben.

Tillerson war in seinen Äußerungen deutlich zurückhaltender als andere Mitglieder der US-Regierung in den vergangenen Tagen. Zeitgleich zu seinem Auftritt äußerte sich auch Präsident Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders zu Nordkorea. Sie betonte, es lägen nach wie vor alle Optionen auf dem Tisch. Diese Formulierung schließt eine Militäraktion ein.

Raketen könnten US-Festland erreichen

Wegen des Raketen- und Atomprogramms der Regierung in Pjöngjang sind die Beziehungen zu anderen Ländern in der Region und zu den USA bereits seit Jahren sehr gespannt. Nordkorea verfügt nach Einschätzung der US-Geheimdienste über die Fähigkeit, weite Teile des US-Festlandes mit Raketen angreifen zu können. Dies habe eine Auswertung des jüngsten Tests einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete ergeben, sagten zuletzt zwei mit der Angelegenheit vertraute Geheimdienstler. Die am Freitag abgefeuerte Rakete habe eine größere Reichweite gehabt als diejenige, die am 4. Juli getestet wurde, sagten die Experten.

Auch die erreichte Flughöhe und die Antriebskraft seien höher als bei vorherigen Raketentests. Allerdings gehe man davon aus, dass das kommunistische Regime mit der Entwicklung einer atomwaffentauglichen Langstreckenrakete eher Angreifer abschrecken als selbst angreifen wolle, so die Geheimdienstvertreter. Zudem gehe es darum, internationale Legitimität zu erreichen.

Bild der Rakete, die Nordkorea Ende Juli an einem unbekannten Ort testete. | Bildquelle: dpa
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Bild der Rakete, die Nordkorea Ende Juli testete. Nach Einschätzung der amerikanischen Geheimdienste kann sie weite Teile des US-Festlandes erreichen.

Washington setzt auf China

Die US-Regierung setzte in dem Konflikt zuletzt verstärkt auf diplomatischen Druck aus China. Washington geht davon aus, dass die Regierung von Präsident Xi Jinping großen Einfluss auf Nordkorea hat, auch weil rund 80 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels über China laufen.

Trump zeigte sich jedoch zunehmend frustriert über Peking. Er warf China vor, nicht genügend zu tun. Tillerson schlug dagegen mildere Töne an. Nicht China sei für die Situation in Nordkorea verantwortlich, "sondern allein die Nordkoreaner sind für diese Situation verantwortlich zu machen". Gleichwohl habe China eine besondere Beziehung zu Nordkorea und Möglichkeiten der Einflussnahme, über die kein anderer Staat verfüge.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. August 2017 um 09:00 Uhr.

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