Rex Tillerson umringt von US-Soldaten in Südkorea | Bildquelle: REUTERS

Tillerson zu Nordkorea Das Ende der US-Geduld

Stand: 17.03.2017 10:26 Uhr

In Südkorea hat US-Außenminister Tillerson ein Ende der "strategischen Geduld" mit Nordkorea ausgerufen. Er schloss dabei eine militärische Option nicht mehr aus. An der Grenze verschaffte sich Tillerson persönlich einen Eindruck von der Lage.

US-Außenminister Rex Tillerson hat ein Ende der "strategischen Geduld" mit Nordkorea ausgerufen. Es würden unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt, um dem kommunistischen Staat zu begegnen, sagte Tillerson während eines Besuchs in Südkorea. Dazu zählte er auch militärische Mittel, sollte Nordkorea seine Drohkulisse ausbauen. Details nannte er allerdings nicht.

Der republikanische Politiker ließ sich auch direkt an die militärisch schwer gesicherte Grenze fliegen, um sich einen persönlichen Eindruck vom Einsatz der dort stationierten US-Soldaten zu machen. Die kleine Basis liegt nur rund 400 Meter vom Rand der entmilitarisierten Zone entfernt.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
North Korea is behaving very badly. They have been "playing" the United States for years. China has done little to help!

Beschwichtigungen Richtung China

Mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Yun Byung Se sprach er vor allem über das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm, das beide Staaten als Bedrohung wahrnehmen. Zum Schutz des engen Verbündeten begann die US-Armee mit der Stationierung des Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea. Das moderne System soll nach US-Angaben ballistische Raketen aller Reichweiten zerstören können.

Yun betonte erneut, dass THAAD sich ausschließlich gegen das nordkoreanische Raketenprogramm richte. Dies sollte vermutlich chinesische Zweifel zerstreuen. Die chinesische Führung sprach sich gegen die Stationierung aus, weil damit theoretisch auch chinesische Raketen zerstört werden könnten. Tillerson reist am Samstag nach Peking weiter.

Test des Thaad-Abwehrsystem auf Wake Island im November 2015
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Die Stationierung des THAAD-Abwehrsystem in Südkorea hat in China für Widerspruch gesorgt - Foto eines Tests auf Wake Island (November 2015)

Tillerson: Kooperation mit Südkorea "entscheidend"

Der US-Außenminister hatte am Donnerstag in Tokio die US-Diplomatie in den vergangenen 20 Jahren und andere Bemühungen um eine Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea als "gescheitert" bezeichnet. Nun sei "ein neuer Ansatz" nötig. Er betonte zugleich, die Kooperation mit den beiden Bündnispartnern Japan und Südkorea sei "entscheidend".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2017 um 04:58 Uhr.

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