Exxon-Chef Tillerson könnte US-Außenminister werden | Bildquelle: AFP

Trumps Kabinett Exxon-Chef Tillerson als US-Außenminister?

Stand: 11.12.2016 08:37 Uhr

Wer wird Außenminister unter Präsident Trump? Es kursieren viele Namen, einige Kandidaten sind schon raus - als heißer Favorit wird nun Rex Tillerson gehandelt. Trump habe sich für den Chef des Ölkonzerns ExxonMobil entschieden, berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Der designierte US-Präsident Donald Trump will nach Informationen mehrerer Medien den Topmanager des Mineralölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, zum Außenminister machen. Es sei zu erwarten, dass Trump den 64-Jährigen demnächst für das Amt nominiert, berichteten der Sender NBC News, die "Washington Post" und die "New York Times". Das verlautete auch aus dem Umfeld von Trumps Übergangsteam.

Trump selber bestätigte bislang nicht, dass er sich für Tillerson entschieden habe. Er lobte den 64-Jährigen in einem Interview des Senders Fox News aber in den höchsten Tönen.

Persönliche Beziehung zu Putin

Es wäre eine pikante Wahl: Tillerson, Präsident und Geschäftsführer von ExxonMobil, hat enge Verbindungen nach Russland und auch persönliche Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin. So schloss ExxonMobil 2011 einen Vertrag mit dem staatlich kontrollierten russischen Unternehmen Rosneft zu gemeinsamen Probeölbohrungen und Erschließungen in der Arktis und in Sibirien. Zwei Jahre später ehrte der Kreml Tillerson mit den "Orden der Freundschaft", einer Auszeichnung für Ausländer.

Vor diesem Hintergrund äußerten die prominenten republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham auch Bedenken gegen die eventuelle Nominierung. Der Senat muss der Besetzung von Kabinettsposten zustimmen.

Tillerson wäre ein Chefdiplomat ohne Erfahrung

Tillerson verfügt über keine diplomatische Erfahrungen auf dem politischen Parkett. Er hat seine gesamte berufliche Karriere bei ExxonMobil verbracht. Der Konzern operiert in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten.

Trump hat bereits mehrere Posten in seinem künftigen Kabinett mit wohlhabenden Geschäftsleuten ohne politische Erfahrung besetzt. So holt er nach übereinstimmenden Medienberichten auch einen dritten Manager der Investmentbank Goldman Sachs an seine Seite. Demnach soll der 56-jährige Gary Cohn aus der Führung des Unternehmens an die Spitze des nationalen Wirtschaftsrates wechseln und damit die gesamte Wirtschaftspolitik koordinieren. Anders als Kabinettsmitglieder müsste er nicht vom Senat bestätigt werden. Auch der designierte Finanzminister Steve Mnuchin und der künftige Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon, haben für Goldman Sachs gearbeitet.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. Dezember 2016 um 23:15 Uhr.

Darstellung: