Atomkraftwerk Tihange | Bildquelle: dpa

Hendricks spricht in Belgien über Pannen-AKW Man hat sich getroffen

Stand: 01.02.2016 18:51 Uhr

Mit drängenden Fragen im Gepäck ist Umweltministerin Hendricks nach Belgien gefahren, denn die Probleme in den AKW Doel und Tihange sind aus ihrer Sicht Anlass zur Sorge. Doch viele Antworten bekam sie nicht. Die belgische Regierung hält beide AKW für sicher.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Nein, sie sei nicht enttäuscht nach dem Treffen, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, denn: "Ich bin ja nicht ganz dumm." Hendricks hatte sich mit den belgischen Ministern getroffen, die für Energieversorgung und Reaktorsicherheit zuständig sind. Eines sei ihr dabei schon vorher klargewesen: "Ich hab jetzt nicht erwartet, dass ich hier rausgehe und die sagen, wir legen jetzt die Blöcke still."

Es geht um zwei umstrittene Reaktoren: um den Reaktorblock 2 im belgischen Atomkraftwerk Tihange, 70 Kilometer westlich von Aachen. Und um den Reaktor 3 im Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen. Die beiden Reaktoren waren nach mehreren Pannen für längere Zeit vom Netz genommen worden.

Streit über belgisches AKW
tagesschau 17:00 Uhr, 01.02.2016, Armin Stauth, ARD Brüssel

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Die Pannen halten an

Doch auch nachdem sie wieder hochgefahren wurden, gab es etliche Störfälle. In Tihange war zum Beispiel eine elektrische Schalttafel in Brand geraten, die sich außerhalb des Reaktors befindet. Doch abgesehen von der Pannenserie gibt es für Hendricks noch weiteren Grund zu Sorge - es sei ja klar, dass die beiden Reaktorblöcke Risse aufwiesen. Und die, so Hendricks, "geben aus unserer Sicht weiterhin Anlass zur Beunruhigung. Wir hätten es begrüßt, wenn die beiden Reaktorblöcke nicht wieder angefahren worden wären."

Die belgische Regierung sieht das ganz anders. Experten der Atomaufsichtsbehörde hätten bestätigt, dass die beiden Reaktoren sicher sind, sagte Innenminister Jan Jambon. Wenn die Atomreaktoren nicht sicher wären, hätte man sie nicht wieder hochgefahren.

AKW Doel | Bildquelle: dpa
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Um diese AKW geht es: den Reaktor Doel bei Antwerpen...

Atomkraftwerk Tihange | Bildquelle: dpa
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... und das Atomkraftwerk Tihange an der deutsch-belgischen Grenze.

Vor 2025 wird nicht abgeschaltet

Daran haben die Deutschen offenbar Zweifel. Doch viel können sie in Belgien nicht ausrichten, denn die Energiesicherheit liegt in nationalen Hoheit - also bei der belgischen Regierung. Und die macht derzeit nicht den Eindruck, als wolle sie die umstrittenen Atomreaktoren vor 2025 abschalten. In dem Jahr steigt Belgien sowieso aus der Kernenergie aus.

In Zukunft gäbe es allerdings eine europäische Möglichkeit: Deutschland könnte die EU-Kommission auffordern zu überprüfen, ob Belgien mit den umstrittenen Atomkraftwerken gegen die europäische Richtlinie für nukleare Sicherheit verstößt. Doch das will Ministerin Hendricks vermeiden. Ihr sei nicht daran gelegen, europäisches Recht in der Atomaufsicht zugrunde zu legen, sagte sie. Denn sie befürchte, "dass wir unsere deutschen Standards abmildern müssten, und daran habe ich kein Interesse".

Wenig Handhabe gegen marode belgische Atomkraftwerke
K. Bensch, WDR Brüssel
01.02.2016 18:34 Uhr

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Drei Dinge verabredet

Was bleibt also? Nicht viel. Außer, dass man sich getroffen, miteinander geredet und drei Dinge vereinbart hat. Im Laufe des Februars sollen die Fragen beantwortet werden, die Experten des Bundesumweltministeriums Mitte Januar an die belgische Atomaufsichtsbehörde geschickt hatten. Da geht es vor allem um den Zustand und die Sicherheit der Kernkraftwerke.

Ab März soll eine Arbeitsgruppe starten, die bewertet, ob die Deutschen mit den Antworten der Belgier zufrieden sind. Und es soll gegenseitige Inspektionen in Kernkraftwerken geben, sagte Hendricks. Sie stellte aber klar, dass auch dann die Verantwortung für die AKW bei dem Betreiberstaat bleibe. Dass deutsche Aufsichtsbeamte einen Reaktor anschauten, bedeute "noch kein Freibrief" und auch kein "Positivsiegel".

Es hängt also alles am Betreiberstaat. Und der heißt in dem Fall Belgien.

Karte der Kernkraftwerke Doel und Tihange in belgien
galerie

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten: In Doel gibt es vier Druckwasserreaktoren, in Tihange drei. Tihange liegt rund 70 Kilometer entfernt von Aachen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 1. Februar 2016 um 17:00 Uhr.

Korrespondentin

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