Dossier
Unruhen in Tibet
Boykott oder Spiele?
Kurz vor den olympischen Spiele in China ist der Konflikt um den Status der Provinz Tibet eskaliert. Viele Tibeter fordern mehr Rechte und befürchten das langsame Verschwinden ihrer Kultur - doch Peking schlägt die Unruhen mit harter Hand nieder. Und der Westen ist uneins in der Frage, ob und wie Olympia angesichts der Menschrechtsverletzungen zu boykottieren wäre. tagesschau.de hat Hintergründe zum Konflikt zusammengestellt.
Olympia-Boykott
Während die Welt auf Japan schaut, wo das olympische Feuer für den Fackellauf eingetroffen ist, hat einer dem Olympia-Zirkus den Rücken gekehrt: der legendäre japanische Kugelbauer Tsujitani. Wegen Chinas Tibet-Politik wird das Kugelstoßen diesmal ohne seine Kugeln auskommen müssen. Mario Schmidt berichtet. [mehr]
Kommentierte Linksammlung
Unruhen in Tibet, Chaos beim Fackellauf: Schon weit vor ihrem Beginn beherrschen die Olympischen Spiele in Peking die Schlagzeilen. Wo gibt es weiterführende Informationen zu den Spielen? Wie beeinflusst die Lage in Tibet das Geschehen? tagesschau.de hat wichtige und interessante Webseiten zusammengestellt. [mehr]
Diskussion um Reaktionen auf Tibet-Krise
Angesichts der Boykott-Diskussion geraten auch die Sponsoren der Olympischen Spiele unter Druck. Doch die drei deutschen Unternehmen VW, Adidas und Schenker wollen trotzdem an ihrem Engagement festhalten. Sie verfolgen in China handfeste wirtschaftliche Interessen. [mehr]
Kritik an Olympia-Protestverbot für Sportler
Wie stark dürfen die Sportler bei den Olympischen Spielen gegen Chinas Politik protestieren? Die Kritik an den strengen Regeln wird heftiger. Vorschriften "wie in einer Hilfsschule" dürfe es für Sportler aus Demokratien nicht geben, sagte der DOSB-Ehrenvorsitzende von Richthofen. [mehr]
Kritische Stimmen aus China zu Tibet
Die chinesische Propaganda läuft auf Hochtouren, der Aufstand in Tibet wird heruntergespielt. Doch auch in China melden sich Kritiker, die die Vorfälle in Tibet nicht gutheißen. Petra Aldenrath hat mit zwei von ihnen gesprochen. [mehr]
ARD-Korrespondent Graebert über Tibet-Berichterstattung
Die letzten Journalisten sind ausgewiesen worden, Internetseiten aus Tibet wurden gesperrt, Sicherheitskräfte sammeln Handys ein. Und doch muss ARD-Korrespondent Graebert Informationen über die Aufstände der Tibeter beschaffen. tagesschau.de sprach mit ihm über seine fast unlösbare Aufgabe. [mehr]
Hintergrund
Das Verhältnis Tibets zu China ist seit Jahrhunderten problematisch. Schon im 13. Jahrhundert erhob China Anspruch auf das benachbarte Gebiet. 1950 schließlich annektierte Peking das Land im Himalaya. Der Dalai Lama - geistiges und weltliches Oberhaupt der Tibeter - floh ins indische Exil. [mehr]
China-Experte im tagesschau-Chat
Die Ansiedelung ethnischer Chinesen in Tibet gefährdet die tibetische Kultur. Das ist eine Strategie, um die Tibeter zu einer Minderheit zu machen, erklärt China-Experte Sandschneider im tagesschau-Chat. Einen Olympia-Boykott hält er aber für "Gutmenschentum", mit dem niemandem geholfen ist. [mehr]
Bilder
Von Chicago bis Südkorea, von Spanien bis Indonesien: Auf der ganzen Welt haben Zehntausende für ein freies Tibet und gegen die chinesischen Machthaber demonstriert. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. tagesschau.de hat Bilder der weltweiten Kundgebungen zusammengestellt. [bilder]
Zur Geschichte
Der aktuelle Konflikt zwischen China und Tibet geht auf das Jahr 1950 zurück, als die Volksbefreiunngsarmee Mao Tse-tungs in das Land einmarschierte. Der erste Aufstand der Tibeter 1959 wurde niedergeschlagen, der Dalai Lama floh nach Indien. Stefan Niemann über einen langen, bitteren Streit [mehr]