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21.11.2009

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Ausland

Peking: Britischer Journalist klagt über Misshandlungen

Pro-Tibet-Demonstration gewaltsam aufgelöst

Britischer Journalist klagt über Misshandlungen

Chinas Polizei stoppt die Protestaktion der Tibet-Aktivisten. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Fotos verboten! Entschieden gehen die Polizisten in China gegen Demonstranten und sie filmende Journalisten vor. ]
Zum wiederholten Male hat die chinesische Polizei eine pro-tibetische Demonstration in Peking gewaltsam aufgelöst. Wie die Organisation Students For a Free Tibet aus New York berichtete, hätten sich fünf Demonstranten in T-Shirts mit der Aufschrift "Befreit Tibet" am Haupteingang des Minderheiten-Parks südlich vom Olympia-Gelände versammelt. Zwei weitere hätten an einer Brücke daneben Banner ausgerollt.

Innerhalb von fünf Minuten schritt die Polizei ein und nahm mehrere Personen fest, darunter einen britischen Journalisten. Der China-Korrespondent der britischen Fernsehgesellschaft ITN, John Ray, dessen Team den Protest filmen wollte, wurde Augenzeugen zufolge von Polizisten brutal zu Boden gerissen und über den Boden bis zu seinem Fahrzeug geschleift.

Auf die Hände getreten

Der China-Korrespondent John Ray von der britischen Fernsehgesellschaft ITN (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ITN-China-Korrespondent Ray bei seiner Arbeit in Peking ]
Ray wurde anschließend nach eigenen Worten und nach den Angaben eines seiner Kollegen von den Polizeibeamten in ein Restaurant gezerrt und dort 20 Minuten lang gewaltsam festgehalten. Die Polizisten hätten ihn auf den Boden gedrückt und seien ihm auf die Hände getreten. "Ich habe versucht, Ihnen zu erklären, dass ich ein britischer Journalist bin, aber sie wollten mich nicht einmal meine Ausweisdokumente zeigen lassen", berichtete Ray.

"Vielleicht war der Protest illegal, aber meine Berichterstattung nicht", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa und sprach von einem "groben Verstoß gegen die Regeln für die olympische Berichterstattung". Der ITN-Kameramann Ben England sagte, die Polizisten hätten ihn grob am Filmen des Protests gehindert und seine Kamera mit Schirmen verdeckt.

Bereits wenige Tage zuvor waren bei pro-tibetischen Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mehrere ausländische Demonstranten festgenommen worden. Fünf Tibet-Aktivisten hatten sich an dem symbolträchtigen Ort in tibetische Fahnen gehüllt und auf den Boden gelegt. Unter ihnen befand sich ein Student aus Gießen, der sich nach seiner Ausweisung nun wieder in Deutschland aufhält.

Aktivisten protestieren auf dem Platz des himmlischen Friedens gegen die Tibet-Politik Chinas. (Foto: AP) [Bildunterschrift: Tibet-Protest auf dem Platz des himmlischen Friedens ]

Aktivist vermisst

Wie Human Rights Watch mitteilte, ist zudem ein chinesischer Aktivist verschwunden, nachdem er eine Protestaktion in einer der extra ausgewiesenen Zonen beantragt hatte. Der 58-jährige Ji Sizun habe für "mehr Beteiligung der Chinesen am politischen Prozess" demonstrieren sowie Korruption und Machtmissbrauch anprangern wollen, erklärte die Organisation. Er reichte demnach seinen Antrag am 8. August ein, drei Tage später sei er Augenzeugen zufolge offenbar von Polizisten in Zivil abgeführt worden.

Ausgewiesene Protestzonen

Die chinesische Regierung hat für Proteste während der Olympischen Spiele eigens ausgewiesenen Zonen eingerichtet, die Demonstrationen müssen beantragt werden. Über Aktionen dort wurde bislang nichts berichtet. Mindestens eine Zone wird offenbar von Sicherheitskräften in Zivil überwacht, die Passanten filmen.

Stand: 13.08.2008 11:03 Uhr
 

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