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[Bildunterschrift: Ein Foto vom 15. März 2008 - bereitgestellt von der Bewegung Free Tibet - zeigt tibetische Mönche bei einer Demonstrationen. ]
Bei den Unruhen in Tibets Hauptstadt Lhasa sind nach chinesischen Angaben mehr Menschen getötet worden als bislang offiziell bekannt. Inzwischen liege die Zahl der toten "unschuldigen Zivilisten" bei 18, nachdem sie zunächst mit 13 angegeben worden sei, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die tibetische Regionalregierung. 382 Zivilisten seien verletzt worden, davon 58 schwer. Zudem sei ein Polizist getötet und über 200 Polizisten verletzt worden. Zudem seien von den "Randalierern" mehrere Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser in Brand gesetzt worden.
China hatte zuvor erstmals vermeldet, dass zur Niederschlagung des tibetischen Protests auch scharfe Waffen eingesetzt wurden. Xinhua hatte berichtet, Polizisten hätten am vergangenen Sonntag im Bezirk Aba in der Provinz Sichuan in einem Akt der Selbstverteidigung auf Demonstranten geschossen. Dabei seien vier Menschen verletzt worden.
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In der Vorwoche waren in Lhasa Proteste von Mönchen gegen Chinas Herrschaft in Gewalt umgeschlagen. Die tibetische Exil-Regierung spricht von mehr als 100 Toten durch das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte.
Die chinesischen Behörden veröffentlichten im Internet Fotos von den meistgesuchten Teilnehmern der gewalttätigen Ausschreitungen in Lhasa. Auf Websites wie yahoo.com und sina.com waren Fotos von 19 Demonstranten zu sehen, die während der Proteste in Lhasa eine Woche zuvor aufgenommen worden waren. Den Fotos ist der Aufruf beigefügt, der Polizei Hinweise über den Aufenthaltsort der Verdächtigen zu liefern. 24 von ihnen sind nach offiziellen Angaben bereits festgenommen worden. Weitere 170 Menschen hätten sich wegen ihrer Teilnahme an den anti-chinesischen Protesten gestellt.
Tausende Soldaten wurden neu in die von Tibetern bewohnten Regionen im Westen Chinas verlegt. In Tibet selbst wurden hunderte paramilitärische Polizisten stationiert.
In Lhasa halten sich nach einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" noch immer zwei deutsche Touristen auf. Ein 27-jähriger Rucksacktourist aus Essen, der gemeinsam mit einer 28 Jahre alten Frau per Tandem Tibet bereist, berichtete dem Blatt, Lhasa sei fest in militärischer Hand.
"Wir sehen sehr viele Militärkonvois. Einige Tibeter wurden abgeführt, andere berichten, dass sie während der Durchsuchung ihrer Häuser vom chinesischen Militär mit Eisenstangen geschlagen wurden", sagte der Deutsche dem Bericht zufolge. Nachts herrsche eine Ausgangssperre, auf der Straße kontrolliere die Armee die Pässe der Passanten. Die Tibeter hielten sich überwiegend in ihren Häusern auf. Versammlungen von mehr als drei Menschen würden sofort aufgelöst. Ab und an fielen Schüsse.
[Bildunterschrift: Die Sprecherin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, und das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama. ]
Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, traf sich unterdessen mit dem Dalai Lama in dessen indischem Exil. Pelosi äußerte deutliche Kritik am Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte in Tibet. Die Welt müsse erfahren, was wirklich in Tibet geschehe, forderte die demokratische Politikerin in Dharamsala, wo die tibetische Exilregierung ihren Sitz hat. Pelosi rief alle "freiheitsliebenden Menschen" auf, ihre Stimme gegen die "chinesische Unterdrückung" zu erheben.
Hintergrund:
Hunderte Exil-Tibeter dankten Pelosi mit Sprechchören und auf Plakaten für ihre Äußerungen. Pelosis Treffen mit dem Dalai Lama war nach Medienberichten bereits vor dem jüngsten Ausbruch der Gewalt in Tibet vereinbart worden.
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