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21.03.2010

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Ausland
Chinesische Fernsehbilder während der Proteste in Tibet
Tibetisches Fernsehen im Dienst der Regierung
Fernsehen in Tibet

Wenn Bilder lügen

Der staatlich kontrollierte tibetische Fernsehkanal macht seine eigene Wahrheit. Gezeigt werden gewalttätige tibetische Demonstranten und Bürger, die für den Einsatz der chinesischen Sicherheitskräfte dankbar sind.

Von Petra Aldenrath, ARD-Hörfunkstudio Peking

Ausschreitungen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Fernsehbild zeigt den tibetischen "Mob". ]
Im staatlich kontrollierten tibetischen Fernsehkanal erzählt ein tibetischer Mönch, alles sei so schrecklich. Diese Gewalt. Er verstehe nicht wie seine Landsleute so etwas haben tun können. Man müsse alle, die die Einheit des Landes spalten wollen, hart bestrafen. Er beschreibt, wie wütend und aufgeregt er sei, doch sein Gesicht wirkt dabei müde und hilflos.

Den ganzen Tag über wird chinesische Propaganda gesendet. Die Schönheit des tibetischen Hochlandes wird gezeigt, die buddhistischen Tempel, und dann kurz darauf Bilder tibetischer Demonstranten, die plündern, Steine werfen und Brände setzen.

Bilder:

Tibet-Konflikt (Foto: REUTERS)
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Hetzreden gegen den Dalai Lama

Diese Vorfälle seien die Versuche des Dalai Lama, das Land zu spalten und die Unabhängigkeit Tibets zu fordern, erzählt ein tibetischer Mann bei einer Straßenumfrage dem chinesischen Fernsehteam. Dann fährt er fort, es sei alles von langer Hand geplant von einheimischen und ausländischen Separatisten.

Das tibetische Fernsehprogramm ist durchzogen mit Hetzreden gegen das religiöse Oberhaupt der Buddhisten, den Dalai Lama. Immer wieder werden Menschen gezeigt, die berichten, welches Monster hinter der freundlichen Maske des Dalai Lama in Wirklichkeit steckt. Kinder, Frauen, Männer, Mönche – sie alle werden gezeigt ,wie sie das buddhistische Oberhaupt verteufeln.

"Jetzt fühle ich mich so sicher"

Chinesische Polizisten kontrollieren in Lhasa die Identität der tibetischen Einwohner. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nicht im Fernsehen: Sicherheitskräfte kontrollieren Passanten. ]
Dann flimmern Bilder der Hauptstadt Lhasa über den Schirm. Busse werden gezeigt, die Passanten befördern, Menschen, die auf den Straßen flanieren und freundlich winkende Rikschafahrer. Alltag sei wieder eingekehrt, berichtet die Reporterin.

Die chinesische Regierung behauptet, die Lage im Griff zu haben. Ein immenses Aufgebot an Sicherheitskräften wurde eingesetzt. Sie haben die wichtigsten Klöster umstellt, patrouillieren durch die Hauptstadt Lhasa, halten Passanten auf und lassen sich deren Pässe zeigen, wie Augenzeugen berichten. Das alles zeigt das tibetische Fernsehen aber nicht. Stattdessen schwenkt die Kamera in eine Schule. Kinder spielen auf dem Pausenhof. Auf die Frage, ob das massive Aufgebot an Polizei ihnen Angst macht, kommt sofort die Antwort: "Jetzt fühle ich mich so sicher. Ich kann zur Schule gehen wie zuvor."

Weitere Meldung:

Ein Mann trägt ein Tuch mit einem Schloss über dem Mund (Foto: AP)
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Mit aller Härte gegen Separatisten

Den ganzen Tag über flimmern solche Berichte über den Bildschirm. Das ist chinesische Gehirnwäsche. Gebetsmühlenartig werden Parolen wiederholt: Es sei wichtig, die Einheit und die Stabilität des Landes zu wahren, Separatisten gehörten schwer bestraft. Die chinesische Regierung hat angekündigt, dass sie mit aller Härte gegen Separatisten vorgehen will. Nach den Unruhestiftern wird gefahndet.

Gewalt durch Ordnungskräfte ist nicht zu sehen

Aus dem chinesischen Fernsehen: Lhasa recovering from Riots (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Lhasa erholt sich von den Unruhen" ist die Botschaft einer Straßenumfrage im Fernsehen. ]
Im tibetischen Fernsehkanal Chinas werden weiter Erfolgsmeldungen gezeigt. Es ist zu sehen, wie chinesische Polizisten junge Tibeter in Handschellen abtransportieren. Fingerabdrücke werden genommen, dann werden sie zum Verhör gebracht. Es ist keine Gewalt zu sehen, alles läuft ordnungsgemäß ab.

Es bleibt die Frage offen, warum, wenn alles wirklich so ordnungsgemäß abläuft, alle ausländischen Journalisten Tibet verlassen mussten.

Stand: 20.03.2008 21:40 Uhr
 

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