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[Bildunterschrift: Georg Blume im März 2007 nach seiner Auszeichnung mit dem "Liberty Award" in Berlin ]
Die chinesischen Behörden haben die letzten ausländischen Korrespondenten aus Tibet ausgewiesen. Ihnen sei mit großen Problemen gedroht worden, berichteten der China-Korrespondent der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Berliner "taz", Georg Blume, und seine Kollegin Kristin Kupfer, die für das österreichische Magazin "Profil" in Peking akkreditiert ist.
Kurz bevor er Tibet verlassen musste, berichtete Blume, dass China seine Truppenpräsenz in der Hauptstadt Lhasa massiv verstärke. Er habe einen Konvoi von mindestens 200 Armeefahrzeugen mit je 30 Soldaten gesehen - das seien rund 6000 Sicherheitskräfte, die binnen eines Tages in Lhasa unterwegs gewesen seien, sagte er der britischen BBC.
Blume sagte "Zeit Online", die Ausländerpolizei habe ihnen mit dem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung für China gedroht: "Man sagte uns, dass wir schon lange bevorzugt behandelt worden seien, dass wir aber Probleme bekommen, wenn wir jetzt nicht gehen." Blume und Kupfer war es am Samstag gelungen, ohne Genehmigung nach Lhasa zu reisen.
Die "taz" protestierte gegen die Ausweisung. Der stellvertretende Chefredakteur Reiner Metzger sagte, offensichtlich wolle die chinesische Regierung keine weiteren westlichen Zeugen in Tibet dulden: "Das ist für uns keine wirkliche Überraschung - die Haltung der Volksrepublik zur Pressefreiheit ist ja bekannt." Trotzdem sei es bedauerlich, dass die im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen zugesicherte freie Berichterstattung nur Augenwischerei sei, sagte Metzger weiter.
Audio:Derweil verschärft sich der Ton der chinesischen Führung in dem Konflikt mit dem Tibetern. Die Drohung, einen "Kampf auf Leben und Tod" zu führen, sei sehr ernst zu nehmen, sagte die ARD-Korrespondentin, Nicole Bölhoff, im ARD-Morgenmagazin.
Zum ersten Mal gaben die staatlichen chinesischen Medien zu, dass es auch in Tibets Nachbarprovinzen Proteste gab. So berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Neues China über Unruhen in den von Tibetern bewohnten Regionen der Provinzen Sichuan und Gansu.
Bei den seit Tagen andauernden Protesten der Exil-Tibeter in Nepals Hauptstadt Kathmandu wurden erneut dutzende Demonstranten von Polizisten niedergeknüppelt und festgenommen.
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Wegen der Unruhen in Tibets Hauptstadt Lhasa ließ China nach eigenen Angaben 24 Menschen festnehmen. Ihnen drohen jetzt Anklagen wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit, Plünderungen, Brandstiftungen und gewaltsamer Übergriffe. Harte Strafen seien nötig, um die Einhaltung der Gesetze zu gewährleisten, teilte der stellvertretende Leiter der Strafverfolgungsbehörde in Lhasa, Xie Yanjun, mit.
Nach Ablauf eines Ultimatums in der Nacht zu Dienstag sollen sich inzwischen 180 Tibeter, die an den Protesten in Lhasa beteiligt waren, den chinesischen Sicherheitsbehörden gestellt haben.
Bilder:
Der Dalai Lama bekundete erneut sein Interesse an Gesprächen mit der chinesischen Regierung. Er erklärte sich zu einem Gespräch mit Staatspräsident Hu Jintao bereits. Bereits gestern hatte der Dalai Lama die internationale Gemeinschaft gestern um Hilfe bei der Beilegung des Konflikts gebeten. Es müsse eine Lösung im Dialog mit China gefunden werden, erklärte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in seinem indischen Exil in Dharamsala.
Ein für Mai geplantes Treffen des Dalai Lama mit dem britischen Premier Gordon Brown stieß in Peking auf Protest. China sei "ernstlich beunruhigt" aufgrund der Nachricht, sagte Außenministeriumssprecher Qin Gang nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.
Wie Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Berlin mitteilte, sind die für Mai geplanten Regierungsverhandlungen mit China ausgesetzt worden. An dem seit Jahren mit Peking geführten Rechtsstaats-Dialog soll jedoch festgehalten werden.
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