Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 04:55 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:05 Uhr
Inhalt
Ausland
Proteste in Tibet
Heftige anti-chinesische Proteste in Tibet
Heftige anti-chinesische Proteste in Tibet

"Es herrscht ein totales Chaos"

Die anti-chinesischen Proteste in Lhasa werden immer heftiger: Geschäfte brennen, Polizeiwagen werden attackiert, Militär marschiert auf. Die Regierung in Peking versucht möglichst zu verhindern, dass Nachrichten über die Unruhen nach draußen gelangen. Der Dalai Lama rief die chinesische Regierung und die Demonstranten zur Gewaltlosigkeit auf. Auch EU und USA forderten von China Zurückhaltung. Doch inzwischen berichtet der US-amerikanische Sender Radio Free Asia von zwei Menschen, die durch Schüsse der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen seien. Das Auswärtige Amt riet von Reisen nach Tibet ab.

Von Petra Aldenrath, ARD-Hörfunkstudio Peking

Die Lage in Tibet spitzt sich zu. Seit Tagen protestieren dort tibetische Mönche und Studenten gegen die Unterdrückung ihres Volkes. Hunderte Mönche seien in Hungerstreik getreten, zwei hätten sich bei einem Selbstmordversuch die Pulsadern aufgeschnitten, berichtete der US-amerikanische Radiosender "Radio Free Asia". Ihre Lage sei kritisch.

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bei den heftigen anti-chinesischen Proteste in Lhasa...]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ...attackierten Demonstranten auch Polizeiwagen. (Quelle: ARD-Studio Peking)]
 

Die Lage wird zudem immer gewalttätiger. Vor allem an den tibetischen Tempeln, wie am Jokhan-Tempel in Lhasa. Dort sind schwer bewaffnete chinesische Armeeeinheiten aufgezogen. Laut Augenzeugen brennen dort die Geschäfte, Tibeter gehen mit Steinen und Stöcken auf Polizisten los, sie werfen Polizeiwagen um und setzen sie in Brand. Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr in die Schule. Der Flughafen von Lhasa ist vom Militär besetzt, Tibeter haben im Regelfall keinen Zugang.

Kurz nachdem ausländische Medien über die Situation in Tibet berichteten, stellte auch die englischsprachige Redaktion der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua Nachrichten über die Zustände in Lhasa ins Netz. Da in China relativ wenige Menschen englisch sprechen, ist die Gefahr nicht groß, dass die Mehrheit der Bevölkerung so etwas erfährt. In den chinesischsprachigen Medien ist nach wie vor nichts über die Lage in Tibet zu hören oder zu lesen.

Die englischsprachige Redaktion der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua erwähnte, dass Autos und Geschäfte in Lhasa brennen und es Verletzte gab. Warum die Geschäfte brannten und dass Mönche protestieren, wurde bisher nicht erwähnt. Peking zensiert alle Nachrichten aus dem tibetischen Hochplateau. Damit nichts aus Tibet heraussickert, wurden laut Augenzeugenberichten alle Internetcafés in Lhasa geschlossen.

Doch es gelingt der Regierung nicht, alle Neuigkeiten zu unterdrücken. Über Handy berichtet ein tibetischer Augenzeuge: "Alle Geschäfte sind hier geschlossen. In unserer Gegend gibt es Unruhen. Es herrscht ein totales Chaos."

Nur wenige Monate vor den olympischen Spielen zeigt die chinesische Regierung so der Welt, wie sie es mit freier Berichterstattung und der Einhaltung der Menschenrechte wirklich hält.

Stand: 14.03.2008 16:07 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW