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"Es gibt ein Problem in China, ob es die chinesische Regierung nun zugibt oder nicht", sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, heute im indischen Dharamsala. Und er nannte das Problem erneut so: "kulturellen Völkermord". Seitdem die Chinesen Tibet vor fast 60 Jahren erobert haben, unterdrückten sie die Religion der Tibeter, den Buddhismus, und siedelten verstärkt chinesische Bauern in der Region an.
Nach Angaben des Dalai Lama sind die Tibeter mittlerweile eine Minderheit im eigenen Land: "Ein uraltes Kulturerbe ist in ernster Gefahr." Seit Jahren fordern er und die von ihm angeführte tibetanische Exilregierung einen Autonomiestatus für die Region.
[Bildunterschrift: Auf einer Pressekonferenz beschuldigte der Dalai Lama China, an den Tibetern "kulturellen Völkermord" zu begehen. ]
Angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße in Tibet in den vergangenen Tagen verlangte der Dalai Lama eine unabhängige Untersuchung durch eine angesehene internationale Organisation. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Uno auf, sich der Ereignisse in dem streng abgeschotteten Hochland anzunehmen.
Auch die chinesische Regierung kommentierte die Situation in Tibet mit martialischen Worten. Sie rief einen "Volkskrieg gegen den Separatismus" in der Region aus. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten verschärft und die Unterstützung für den Dalai Lama untergraben werden, beschlossen nach Angaben der staatlichen Zeitung "Tibet Daily" hochrangige chinesische Beamte auf einem Treffen. In einer Erklärung hätten sie "reaktionäre separatistische Kräfte" aus dem In- und Ausland für die Proteste verantwortlich gemacht. Diese seien sorgfältig geplant gewesen.
Nachdem das chinesische Fernsehen gestern erstmals Aufnahmen der Ausschreitungen gezeigt hatte, sperrten die Behörden heute den Zugang zu der US-amerikanischen Video-Webseite YouTube. Das Portal hat zahlreiche Filme über die Proteste in Tibet im Angebot. Normalerweise ist die Seite in China leicht zu erreichen.
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[Bildunterschrift: Bei den Protesten am Freitag in Lhasa brannten zahlreiche Häuser. ]
Während am Wochenende die Lage in der tibetischen Hauptstadt Lhasa weitgehend ruhig blieb, flammten in anderen Orten neue anti-chinesische Proteste auf. Exiltibetische Organisationen berichteten von tausenden Tibetern, darunter Mönche des Labrang Klosters, die in der Stadt Xiahe in der Provinz Gansu demonstriert hätten. Paramilitärische Polizei habe Tränengas eingesetzt und Schüsse in die Luft abgegeben. In Aba in der Provinz Sichuan im Südwesten des Landes haben nach Polizeiangaben etwa 200 Tibeter ein Polizeirevier niedergbrannt.
In Lhasa wurden bei heftigen Ausschreitungen nach offiziellen chinesischen Angaben am Freitag zehn Menschen getötet. Zwölf Sicherheitskräfte seien schwer verletzt worden. Die tibetische Exilregierung in Indien hat nach eigenen Angaben bestätigte Berichte von 80 Toten.

Innenminister Schäuble hat sich dagegen ausgesprochen, die Olympischen Spiele in Peking zu boykottieren. Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Nooke, lehnte diesen Schritt trotz der Situation in Tibet ab. Der Dalai Lama spricht derweil von einem "kulturellem Völkermord" durch die Chinesen in Tibet. - Wir wollen von Ihnen wissen: Soll der Westen wegen der Lage in Tibet Chinas Olympische Spiele im Sommer boykottieren?
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