Protest gegen chinesische Herrschaft Erneut Selbstverbrennungen von Tibetern

Stand: 08.11.2012 11:55 Uhr

Mönche im Exil trauern im Gebet um mehrere Tibeter, die bei Selbstbrennungen starben (08.11.2012). | Bildquelle: AFP
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Im Exil in Dharamsala trauerten Mönche im Gebet um die Toten.

In China haben sich erneut mehrere Tibeter selbst in Brand gesetzt. Aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das Land habe es mindestens vier Selbstverbrennungen gegeben, sagte eine Sprecherin der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamsala.

Die drei Mönche und eine Frau setzen sich am Vorabend des Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas in Brand. Einer der Mönche und die Nomadin - eine 23-jährige Mutter - seien ihren Verletzungen erlegen. Berichte über einen fünften Fall würden noch geprüft.

Laut Angaben der Menschenrechtsgruppe Free Tibet waren die Mönche 15 und 16 Jahre alt. Sie hätten sich vor einer Polizeiwache in der Provinz Sichuan mit Benzin überschüttet und in Brand gesetzt. Dabei hätten sie Freiheit für Tibet und die Rückkehr ihres im Exil lebenden geistlichen Oberhauptes, des Dalai Lamas, gefordert. Die Frau verbrannte sich in der Provinz Qinghai. Seit Februar 2009 hätten sich nunmehr mehr als 60 Tibeter aus Protest selbst in Brand gesetzt, die meisten davon Mönche und Nonnen.

Die Selbstverbrennungen seien "ein Appell an die internationale Gemeinschaft, an die chinesische Regierung und an das chinesische Volk, ihren Hilferuf zu hören", sagte die Sprecherin der Exilregierung. Die Tibeter werfen der Führung in Peking vor, sie sozial und wirtschaftlich zu benachteiligen und ihre Kultur und Traditionen in ihrer Heimat zu zerstören.

Die Regierung in Peking weist die Vorwürfe zurück und verweist auf ihre Bemühungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der dünn besiedelten Bergregion. Die Kommunistische Partei Chinas hat am Donnerstag ihren 18. Parteitag eröffnet, bei dem ein Machtwechsel eingeleitet werden soll.

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