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22.03.2010

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Ausland
Thailand ruft Botschafter aus Kambodscha zurück
Ex-Premier Thaksin wird Wirtschaftsberater

Thailand zieht Botschafter aus Kambodscha ab

Der in Thailand aus dem Amt geputschte und im Exil lebende Ex-Premier Thaksin hat einen Posten als Wirtschaftsberater der kambodschanischen Regierung erhalten. Aus Protest friert Thailand die diplomatischen Beziehungen ein. Für weitere Spannungen sorgt ein provokanter Vergleich.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Thailand hat seinen Botschafter aus dem Nachbarland Kambodscha zurück gerufen. Damit wolle man Protest äußern gegen die Ernennung des früheren thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra zum Wirtschaftsberater der kambodschanischen Regierung, sagte ein Sprecher des thailändischen Außenministeriums.

Diplomatische Beziehungen weiter belastet

Kambodschas Premierminister Hun Sen hatte Ende Oktober am Rande des ASEAN-Gipfels in Hua Hin angekündigt, dass er seinem Freund und Geschäftspartner Thaksin politisches Asyl gewähren wolle.

"Thaksin kann in Kambodscha leben, als Gast und als unser Wirtschaftsberater. Das ist keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Thailands, sondern das souveräne Recht Kambodschas."

Mit diesem Angebot hatte er die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern weiter belastet. Diese sind aufgrund eines zum Teil gewalttätigen Streits um den Tempel Preah Vihear im gemeinsamen Grenzgebiet ohnehin äußerst angespannt. 

Ein provokanter Vergleich

Thaksin Shinawatra (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Thaksin Shinawatra wurde in Thailand aus dem Amt des Premierministers geputscht ]
Hun Sen verglich den in Thailand wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilten Milliardär Thaksin, der vor drei Jahren durch einen Militärputsch gestürzt worden war, mit der birmanischen Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Diesen Vergleich bezeichnete Thailands Premierminister Abhisit Vejjajiva als absurd und kündigte schon beim ASEAN-Gipfel an, die Auslieferung Thaksins zu beantragen, sollte er nach Kambodscha einreisen.

"Ich weiß nicht, wie viele Leute die Auffassung teilen, daß es Thaksin wie Aung San Suu Kyi geht. Ich bezweifle, daß viele Leute dieser Meinung sind."

Proteste gegen Asylgewährung

Schon die Ankündigung der kambodschanischen Regierung, Thaksin zum Wirtschaftsberater zu machen, hatte in Thailand heftige Proteste ausgelöst. Die sogenannten Gelbhemden, Gegner des einstigen Premierministers, kündigten dauerhafte Proteste vor der kambodschanischen Botschaft in Bangkok an, sollte Hun Sen seine Ankündigung wahr machen.

"Thaksin ist wegen Korruption verurteilt worden, nicht aus politischen Gründen. Wir Thailänder sind deshalb empört über diese Aussage von Hun Sen. Thaksin mit Aung San Suu Kyi zu vergleichen ist unfaßbar, Aung San Suu Kyi ist viel zu erhaben, um mit so einem wie Thaksin gleichgesetzt zu werden."

Der Hindu-Tempel Preah Vihear (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der berühmte Hindu-Tempel Preah Vihear liegt im Grenzgebiet der Nachbarstaaten und führt seit über einem Jahr zum Streit ]

Eskalation im Tempelstreit befürchtet

Der seit über einem Jahr andauernde Streit um den Tempel Preah Vihear im thailändisch-kambodschanischen Grenzgebiet könnte jetzt erneut eskalieren. Eine Gruppe militanter Thailänder hatte angekündigt, kambodschanische Truppen und Händler mit Gewalt aus dem umstrittenen Gebiet um den zum UNESCO-Welterbe gehörenden Hindu-Tempel vertreiben zu wollen.

Stand: 05.11.2009 15:31 Uhr
 

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