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10.02.2010

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Ausland
Demonstranten in Bangkok ziehen sich zurück (Foto: AFP)
Thailand: Normalität trotz Ausnahmezustand
Machtkampf in Thailand

Normalität trotz Ausnahmezustand

Nach tagelangen Straßenschlachten ist in der thailändischen Hauptstadt Bangkok wieder Ruhe eingekehrt. Noch gilt aber der Ausnahmezustand. Die Regierung kündigte an, die Anführer der Proteste zur Rechenschaft zu ziehen.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Nach dem Ende der Proteste gegen die thailändische Regierung ist wieder Feiertagsstimmung in Bangkok. In der Khao-San-Straße, die wegen ihrer vielen billigen Hotels vor allem von Rucksacktouristen besucht wird, feiern Thailänder und Urlauber gemeinsam ausgelassen das Songkran-Fest.

Songkran-Fest 14. April 2009 (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Touristen feiern in Bangkok ausgelassen das Songkran-Fest. ]
Da bleibt keiner trocken und alle sind erleichtert, dass die angespannte Situation in der Stadt vorerst vorüber ist. Eine Touristin ist sichtlich erleichtert: "Ich war sehr beunruhigt wegen dieser Situation, aber jetzt ist wohl alles wieder OK." Ein anderer Urlauber hat sich von den Protesten ohnehin nicht stören lassen. "Ich glaube, es war gar nicht so schlimm, wie die Leute sagen, ich habe jedenfalls nichts mitbekommen. Ich bin nur furchtbar nass gespritzt worden."

Reiseveranstalter geben sich optimistisch

Die deutschen Reiseveranstalter erklärten, an dem außerhalb der Hauptstadt Bangkok gelegenen Flughafen Suvarnabhum laufe alles störungsfrei. Medienberichten zufolge hatte TUI am Ostermontag nach dem verschärften Reisehinweis des Auswärtigen Amts alle Ausflüge in die thailändische Hauptstadt abgesagt.  Jetzt seien Reisen von und nach Bangkok und auch Stadtaufenthalte wieder möglich, so der Reiseveranstalter.

Premierminister will Anführer zur Rechenschaft ziehen

Eine Frau reinigt die Straße nach den Protesten (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Reinemachen nach dem Sturm. Die Straßen sind wieder frei. ]
Dabei gilt nach wie vor der Ausnahmezustand in Bangkok. Dies sei nötig, sagte Premierminister Abhisit Vejjajiva, um die Lage weiter unter Kontrolle zu halten. Außerdem kündigte er eine strafrechtliche Verfolgung der Anführer der Proteste an. "Alle Sicherheitskräfte, von Polizei, Armee und der Regierung sind nach wie vor in den betroffenen Gebieten unterwegs." Die Menschen sollten deshalb nicht in Panik geraten, wenn sie Soldaten sehen würden. "Deren Aufgabe ist es, die Situation zu beobachten", so Abhisit. "Was die Anführer der Proteste angeht, die müssen zur Verantwortung gezogen werden, denn sie haben die Menschen dazu aufgestachelt, gegen Gesetze zu verstoßen."

Bilder:

Thailändische Demonstranten und Anhänger des früheren Ministers Thaksin Shinawatra versammeln sich vor dem Tagungsort des 14. ASEAN-Gipfels in Pattaya, etwa 180 km südöstlich von Bangkok. (Foto: AFP)
Bilderstrecke Ausnahmezustand in Thailand Proteste gegen Regierung [mehr]

 

"Endlich können die Kinder wieder spielen"

Auch bei den Einwohnern von Bangkok machte sich Erleichterung über das Ende der Proteste breit. Eine Marktfrau sagte, das Land müsse endlich wieder zur Normalität zurück kehren. "Ich war sehr beunruhigt über das was geschehen ist. Ich konnte mir das gar nicht ansehen." Aber es sei gut, dass es jetzt endlich vorüber sei. "Die Leute können jetzt wieder zu ihrem normalen Leben zurück kehren und das Songkran-Fest feiern. Die Kinder kommen wieder raus auf die Straße und spielen." In den vergangenen Tagen wäre dies schließlich nicht möglich gewesen.

Neujahrsfest verlängert 

Die Regierung hat das thailändische Neujahrsfest um zwei Tage bis zum nächsten Wochenende verlängert. Ob danach die Proteste gegen die Regierung wieder von neuem beginnen hängt vor allem davon ab, ob es Premierminister Abhisit gelingt, eine politische Lösung zu finden, die auch die Rothemden zufrieden stellt.

Stand: 15.04.2009 03:46 Uhr
 

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