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Bei den Straßenschlachten in Thailand sind am Montag zwei Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Nun hat sich der Machtkampf zwischen Armee und Regierungsgegnern vorerst entschärft. Um "das Leben Unschuldiger zu bewahren" zogen sich die Demonstranten zunächst zurück. Der Kampf gegen Ministerpräsident Abhisit ist für sie aber nicht vorbei.
Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Singapur
Die Protestaktion gegen die thailändische Regierung ist vorerst beendet. Die Demonstranten haben ihre Belagerung des Regierungsgebäudes in Bangkok aufgegeben. Hinter den Barrikaden im Regierungsviertel ist weit und breit kein einziges rotes Hemd mehr zu sehen. Während die Lebensmittel- und Souvenirhändler ihre Verkaufsstände abbauen, räumen Hilfskräfte die Müllberge beiseite, die die Demonstranten hinterlassen haben.
Am Morgen waren Hunderte Soldaten und Polizisten vor dem belagerten Regierungsgebäude aufmarschiert und Panzer an den von Demonstranten errichteten Barrikaden vorgefahren. Veera Musikapong, einer der Anführer der "Rothemden", kündigte daraufhin das vorläufige Ende der Proteste an, um ein unnötiges Blutvergießen zu verhindern, wie er sagte. Die Demonstranten, bei denen es sich um Anhänger des gestürzten Premierministers Thaksin handelt, rief er dazu auf, die Aktion zu beenden und nach Hause zu gehen.
Die Polizei kündigte eine strafrechtliche Verfolgung der Demonstranten an. Gegen die Anführer der gewalttätigen Proteste wurden Haftbefehle beantragt, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot. Drei Männer wurden bereits verhaftet und der Presse vorgeführt, zusammen mit den Brandsätzen und Molotow-Cocktails, die bei ihnen sichergestellt wurden.
Der stellvertretende Premierminister Suthep Taugsaban sagte, bei den Männern seien umfangreiche Mengen an Brandsätzen und Waffen gefunden worden: "Die drei haben versucht, die Hauptfiliale der Bangkok-Bank anzuzünden sowie das CP-Gebäude im Stadtteil Silom. Die Polizei hatte einen Hinweis bekommen, deshalb waren wir rechtzeitig an Ort und Stelle. Einer der drei hat bereits ein Geständnis abgelegt."
Viele Einwohner von Bangkok brachten ihre Erleichterung über das vorläufige Ende der Proteste zum Ausdruck. Auch die "Rothemden" selbst, die nach der wochenlangen Blockade heute Morgen das Regierungsgebäude verließen: "Ich geh jetzt erstmal nach Hause zurück, um mich auszuruhen", sagte dieser Mann. Eine Frau meinte: "Ich stimme unseren Anführern zu. Das hätte nur ein Blutvergießen gegeben. Aber wir machen nur eine Pause, denn im Moment sind wir zu wenige Leute hier." Ein dritter Demonstrant erklärte: "Wir geben nur auf, um keine Menschenleben zu gefährden."
[Bildunterschrift: Reinemachen nach dem Sturm. Die Straßen sind wieder frei. ]
Der Protest der Regierungsgegner richtet sich gegen Premierminister Abhisit Vejjajiva. Die Thaksin-Anhänger sind der Auffassung, der Vorsitzende der Demokratischen Partei sei nur durch eine politische Verschwörung ins Amt gekommen, nachdem die von ihnen gewählte frühere Regierungspartei wegen Wahlbetrugs aufgelöst wurde.
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