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Der Chayo Praya Fluss wird heute im Laufe des Tages seinen Höchststand in Bangkok erreichen. Noch versuchen sich viele Bewohner vor der drohenden Flut in Sicherheit zu bringen, entweder außerhalb der Stadt oder in Notunterkünften. US-Hubschrauber sollen das Überschwemmungsgebiet überwachen.
Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur
Auf 2,65 Meter über Normalnull wird der Pegel des Chao Praya Flusses in Bangkok nach den Prognosen steigen, der Höchststand soll heute Abend um 18 Uhr Ortszeit (13 Uhr unserer Zeit) erreicht werden. Damit flösse spätestens dann das Hochwasser auch in Bangkoks Innenstadt.
Premierministerin Yingluck Shinawatra hat jetzt ein Hilfsangebot der US Army angekommen, Hubschrauber werden von einem Flugzeugträger vor der Küste Thailands aufsteigen und helfen, die Entwicklung des Hochwassers zu beobachten.
Für die Menschen in den nördlichen Bezirken der Hauptstadt wird die Lage immer bedrohlicher. Hier stehen die Wohnviertel schon seit Tagen unter Wasser, bis zu einem halben Meter hoch fließt es etwa in Don Muang durch die Straßen. Es fehlt an Lebensmitteln. Wer sich bisher noch nicht eingedeckt hat, findet nur noch leere Supermarktregale vor, beklagt der 72-jährige Taen Kaewkaen: "Viele hier im Viertel haben richtig gehamstert, jetzt gibt es nichts mehr. Ich wollte eben noch schnell etwas auf dem Markt einkaufen, aber da ist auch nichts mehr zu bekommen."
Im Westen Bangkoks, in Thon Buri, steht das Wasser mittlerweile ebenfalls einen halben Meter hoch. Der Arzt Supot Shumritvanicha zur Lage: "Das Krankenhaus muss auf die Menschen hier aufpassen, wenn sie uns rufen, dann schicken wir einen Lkw, die Kranken sterben sonst allein in ihren Häusern."
Einhundert Schulen sind als Notunterkünfte hergerichtet, viele Menschen, wie etwa Jakarin Kajornburi werden sie wohl heute nutzen müssen: "Ich wollte eigentlich zu Hause bleiben, aber das geht wohl nicht. Wenn das Wasser noch etwas weiter steigt, gehe ich in eine Notunterkunft."
Und immer mehr Menschen flüchten aus der Stadt, das Wochenende ist flutbedingt um den Montag verlängert, wer kann, nutzt die freie Zeit, um sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen.
Ein radikaler Plan, den Ingenieure gestern der Regierung vorgeschlagen hatten, ist mittlerweile wieder vom Tisch. In fünf Straßenzüge im Westen Bangkoks sollten tiefe Rinnen gegraben werden, um sie zu zusätzlichen Kanälen auszubauen. Damit, so der Gedanke, sollte der Druck vom Chao Praya genommen werden. Der Transportminister war zunächst begeistert: In zwei Stunden werde man die Straßen aufgerissen haben, erklärte er, dann rückte er von dem Plan wieder ab. Am Abend verkündete das Flut-Krisenzentrum der Regierung: Das Kanalsystem sei gut genug, man brauche keine zusätzlichen Wasserinnen.
Heute Abend wird auf das Hochwasser aus dem Norden die Flut aus dem Golf von Thailand treffen. Dann entscheidet sich, wie hoch die Innenstadt Bangkoks überschwemmt wird und wie gravierend dann die wirtschaftlichen Schäden sind.
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