Mehrere hudnert Menschen demonstrierten am Freitag vor der thailändischen Botschaft in Rangun. | Bildquelle: dpa

Proteste nach umstrittenem Todesurteil "Lasst unsere unschuldigen Bürger frei"

Stand: 25.12.2015 11:15 Uhr

Nach dem umstrittenen Urteil gegen zwei Wanderarbeiter aus Myanmar haben in Rangun Hunderte Menschen gegen den Richterspruch demonstriert. Sie forderten die Freilassung ihrer "unschuldigen" Landsleute, die zwei Briten ermordet haben sollen.

Nach dem Todesurteil gegen zwei Männer aus Myanmar (dem früheren Birma) wegen des Mordes an zwei britischen Urlaubern in Thailand sind in Myanmar Hunderte Menschen gegen den Richterspruch auf die Straße gegangen. Auch mehrere Mönche beteiligten sich an der Protestkundgebung vor der thailändischen Botschaft in Rangun. "Rettet die armen Jungs aus Myanmar" oder "Lasst unsere unschuldigen Bürger frei" stand auf den Schildern der Protestierenden. Einige Demonstranten hielten Bilder des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej hoch, um den Monarchen um Gnade zu bitten.

Die beiden Gastarbeiter aus Myanmar waren am Donnerstag von einem thailändischen Gericht wegen Mordes und Vergewaltigung zum Tode verurteil worden. Die nackten Leichen der Opfer, einer 23-jährigen Frau und eines 24-jährigen Mannes, waren im September 2014 an einem Strand der Insel Koh Tao im Süden Thailands gefunden worden.

"Zutiefst verstörend"

Bis zuletzt bestritten die beiden Verurteilten die Vorwürfe. Nach Angaben ihrer Verteidiger kamen die Geständnisse, die sie später widerrufen hatten, unter Folter zustande. Außerdem wurde den Ermittlern vorgeworfen, DNA-Proben nicht sorgfältig genug genommen zu haben und Beweisstücke, wie etwa die Kleidung der jungen Frau, nicht untersucht zu haben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch verlangt angesichts der Aussagen der Zeugen und nun Verurteilten vor Gericht eine Prüfung des Todesurteils in einem "transparenten und fairen Berufungsprozess". Die verhängten Strafen seien in Anbetracht der nicht näher untersuchten Foltervorwürfe der zwei Beschuldigten und der von der Gerichtsmedizinerin in Zweifel gezogenen DNA-Beweise "zutiefst verstörend", sagte Phil Robertson, Vize-Direktor der Asien-Abteilung der Organisation.

Darstellung: