Der verunglückte TGV bei Straßburg | Bildquelle: REUTERS

Ursache des Unglücks bei Straßburg TGV war am Ende der Neubaustrecke zu schnell

Stand: 19.11.2015 15:09 Uhr

Elf Menschen starben bei dem Unglück mit einem TGV-Testzug am vergangenen Samstag. Nun steht fest: Der Zug entgleiste, weil er am Ende der Neubaustrecke zu spät gebremst wurde. Neben Mitarbeitern der Bahngesellschaft waren auch Kinder an Bord. Warum, ist unklar.

Das tödliche Unglück eines französischen TGV-Testzugs ist nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF durch falsches Bremsen verursacht worden. Der Zug sei beim Wechsel von der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse auf die traditionelle Bahntrasse "zu spät" gebremst worden, sagten Vertreter der SNCF auf einer Pressekonferenz.

Er passierte den Übergang zwischen neuer und alter Strecke mit 265 Kilometern pro Stunde statt mit 176. Als er entgleiste, war er noch immer mit 243 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Warum waren Kinder im Zug?

SNCF-Chef Guillaume Pepy informiert während einer Pressekonferenz über das Unglück bei Straßburg. | Bildquelle: AFP
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SNCF-Chef Guillaume Pepy informiert während einer Pressekonferenz über das Unglück bei Straßburg.

Die SNCF teilte zudem mit, dass sieben statt der erlaubten vier Menschen im Führerhaus waren. Bei dem Zugunglück im Elsass kamen elf Menschen ums Leben, 42 weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten waren vier Kinder. Insgesamt saßen bei der Testfahrt 53 Menschen in dem TGV.

Weshalb sich auch Kinder im Zug befanden, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, ebenso die Frage, weshalb das Führerhaus überbelegt war, erklärte die SNCF. Sie kündigte zudem Disziplinarmaßnahmen und Sanktionen gegen die Verantwortlichen an, "sobald es die Ermittlungen erlauben".

Inbetriebnahme wird sich verzögern

Das TGV-Unglück am vergangenen Samstag war das schwerste seit Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszugs im Jahr 1981. Es ereignete sich auf dem letzten Abschnitt einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Paris mit Straßburg verbindet und auf der derzeit Testfahrten stattfinden. Der Zug entgleiste nördlich von Straßburg bei Eckwersheim. Der Triebwagen und mehrere Waggons stürzten von einer Brücke in einen Kanal.

Ein großer Teil der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird schon von Passagierzügen befahren, in Teilen Lothringens und im Elsass müssen die TGV aber noch auf älteren Gleisen fahren und das Tempo drosseln. Das letzte, rund hundert Kilometer lange Teilstück sollte eigentlich im April 2016 für den Personenverkehr freigegeben werden. Nach dem Unglück wird sich die Inbetriebnahme des Teilstücks nun aber wahrscheinlich verzögern.

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