Trauernde in Sutherland Springs | Bildquelle: REUTERS

26 Tote in texanischer Kirche Trauer in den USA nach Attentat auf Gläubige

Stand: 06.11.2017 09:42 Uhr

Es ist eine der schlimmsten Attacken auf Kirchgänger in den USA: Mindestens 26 Menschen wurden bei dem Massaker im texanischen Sutherland Springs erschossen. Der mutmaßliche Täter wurde später tot aufgefunden. Für US-Präsident Trump ist der Fall klar: Der Mann sei ein psychisch kranker Einzeltäter.

Als es dunkel wird in Sutherland Springs, kommen Hunderte Menschen zu einer Andacht zusammen. Die Kirche, in die der Attentäter am Vormittag eingedrungen war und 26 Gläubige erschoss, ist die einzige Baptistenkirche in dem kleinen texanischen Ort. Jeder kennt hier jeden, die Menschen sind fassungslos.

Trauer und Entsetzen nach Anschlag auf amerikanische Baptisten-Kirche
tagesschau 16:00 Uhr, 06.11.2017, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, spricht vom "schwersten Attentat in der Geschichte des US-Bundesstaates": "Es wird eine lange Zeit der Trauer für die Hinterbliebenen mit ihrem Schmerz." Bei den Opfern handele es sich um Menschen im Alter zwischen fünf und 72 Jahren. 20 Menschen seien verletzt worden. Auch die 14-jährige Tochter des Pastors ist unter den Toten. Er und seine Frau hielten sich zum Tatzeitpunkt nicht im rund 400 Einwohner zählenden Ort Sutherland Springs auf.

Der texanische Gouverneur Abbott äußert sich vor der Presse. | Bildquelle: AFP
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Der texanische Gouverneur Abbott zeigte sich bestürzt.

Der Angreifer hatte am Vormittag (Ortszeit) das Feuer auf die Kirchenbesucher eröffnet. Nach Augenzeugenberichten fielen mindestens 20 Schüsse in rascher Reihenfolge. Andere schilderten, der Schütze habe mehrere Male nachgeladen. Die Menschen hätten keine Fluchtmöglichkeit gehabt, sagte Sheriff Joe Tackitt.

Nach Angaben der Polizei verübte der Täter den Angriff mit einem Sturmgewehr. Der Schütze sei ganz in schwarz gekleidet gewesen und habe eine kugelsichere Weste getragen, sagte der Regionaldirektor der texanischen Sicherheitsbehörde, Freeman Martin. Er habe gegen 11:00 Uhr Ortszeit bereits vor der Kirche das Feuer eröffnet und zwei Menschen erschossen. Anschließend habe er das Gebäude betreten und auf die Besucher der Kirche geschossen.

Schließlich sei der Schütze von zwei bewaffneten Anwohnern bedroht worden und daraufhin geflüchtet. Nach Angaben von Sheriff Tackitt erschoss sich der Attentäter selbst. In seinem Auto seien weitere Waffen entdeckt worden.

Mutmaßlicher Täter diente in US-Luftwaffe

Das Pentagon veröffentlichte eine Stellungnahme zur Identität des mutmaßlichen Täters: Es handelt sich demnach um den 26-jährigen Devin Patrick K. aus dem Nachbarort New Braunfels. K. war früher in der Air Force. Eine Sprecherin der US-Luftwaffe sagte dem Sender NBC, ein Militärgericht habe ihn im Jahr 2012 wegen Angriffen auf seine Frau und das gemeinsame Kind verurteilt. Als Strafe musste er zwölf Monate in Haft, verlor seinen Dienstgrad und wurde aufgrund seines schlechten Verhaltens entlassen.

Trump attestiert Täter eine psychische Störung

Das Motiv des Täters ist bislang völlig unklar. US-Präsident Donald Trump verurteilte den Angriff als ein "entsetzliches Verbrechen". Es sei eine "Tat des Bösen" gewesen, inmitten eines heiligen Gottesdienstes, sagte er in Tokio. Trump befindet sich derzeit auf einer Asien-Reise.

"Wir können den Schmerz, die Trauer und das Leid nicht in Worte fassen, die die Familien der Opfer erlitten haben", sagte Trump. "In so harten Zeiten wie diesen tun Amerikaner, was sie am besten können: Sie halten zusammen. Durch all die Tränen und die Traurigkeit stehen wir zusammen. Wir reichen uns die Hände, wir haken uns unter, wir sind stark."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
May God be w/ the people of Sutherland Springs, Texas. The FBI & law enforcement are on the scene. I am monitoring the situation from Japan.

Debatte über Waffengesetze

Ex-Präsident Barack Obama twitterte: "Wir trauern mit allen Familien in Sutherland Springs, die von diesem Akt des Hasses getroffen wurden (...)." Zugleich sprach er sich - wie bereits während seiner Amtszeit - für schärfere Waffengesetze aus. "Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren."

Als ob er es geahnt hätte, dass die Debatte über die immer wieder kritisierten Waffengesetze in den USA wieder an Fahrt aufnehmen würde, diagnostizierte Trump bei dem mutmaßlichen Täter eine psychische Störung: "Wir haben viele Probleme mit geistiger Gesundheit in unserem Land", aber im vorliegenden Fall gebe es kein Problem mit Schusswaffen, sagte Trump. Zum Glück habe in Texas noch jemand anderes ein Waffe gehabt und zurückgeschossen. Sonst hätte es viel schlimmer kommen können.

Es handelte sich um das zweite große Blutbad durch eine Schusswaffenattacke innerhalb weniger Wochen in den USA. Erst vor fünf Wochen hatte ein Heckenschütze in Las Vegas 58 Besucher eines Countrymusik-Festivals getötet. Dies war das schlimmste mit Schusswaffen verübte Massaker der jüngeren US-Geschichte. Die Motive des Täters von Las Vegas sind bis heute unklar.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

26 Tote bei Attentat auf Kirche in Texas
Torsten Teichmann, ARD Washington
06.11.2017 06:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2017 um 09:00 Uhr.

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