Polizei auf dem abgesperrten Parkplatz, wo der Lkw mit den 38 Menschen im Laderaum entdeckt wurde. | Bildquelle: AP

Illegaler Transport in Texas 17 Schlepper-Opfer in Lebensgefahr

Stand: 24.07.2017 10:57 Uhr

Einen Tag, nachdem im US-Bundesstaat Texas 30 Menschen aus einem Lastwagen gerettet wurden, schweben 17 von ihnen noch immer in Lebensgefahr. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf neun gestiegen. Die Behörden gehen von Schleuserkriminalität aus.

Die Zahl der Opfer einer mutmaßlichen Schleuseraktion in San Antonio nahe der US-mexikanischen Grenze könnte weiter steigen. Einen Tag nachdem Polizei und Feuerwehr im Laderaum eines Lastwagens acht Tote und 30 Überlebende entdeckt haben, schweben nach Behördenangaben 17 von ihnen weiter in Lebensgefahr. Zudem wurde in einem nahen Wald ein weiterer Toter entdeckt.

Truck in San Antonio | Bildquelle: dpa
galerie

Acht Tote fand die Polizei in diesem Lkw, 30 Menschen mussten in Krankenhäuser.

Bei den Opfern, die vermutlich an den Folgen von Hitzschlägen starben, handele es sich mutmaßlich um illegale Migranten, so Polizeichef William McManus. "Wir haben es hier wahrscheinlich mit Menschenschmuggel zu tun", sagte er. Der Fahrer sei festgenommen worden. Er und weitere Hintermänner sollen noch heute angeklagt werden. Der Eigentümer des Lastwagens steht noch nicht fest.

US-Heimatschutzminister John Kelly sagte, der Tod der Menschen verdeutliche die Brutalität von Menschenhändlern. Diese schenkten menschlichem Leben keine Beachtung und suchten nur nach Profit. Er habe sein Engagement im Kampf gegen Menschenschmuggel erneuert, um gemeinsam mit den Regierungen in Mexiko und Mittelamerika gegen entsprechende kriminelle Organisationen vorzugehen.

Den Behörden zufolge könnten sich ursprünglich mehr als 100 Menschen in dem überhitzten Anhänger aufgehalten haben. Die Außentemperaturen in San Antonio lagen am Wochenende bei 38 Grad Celsius - die Opfer waren völlig dehydriert und dem Hitzetod nahe. Durch die Körpertemperatur der Menschen und die Luftfeuchtigkeit dürfte die Hitze im Anhänger noch verstärkt worden sein.

Der örtliche Feuerwehrchef Charles Hood sagte, er schätze, dass die Temperaturen bis zu 65 Grad Celsius erreicht haben könnten. Hitzschläge setzen ein, wenn die Körpertemperatur über 40 Grad Celsius steigt. Ab 42 Grad sterben Zellen ab, es kann zu Organversagen kommen.

Hohe Herzfrequenzen bei Geretteten

"Unsere Rettungskräfte und Feuerwehrleute haben festgestellt, dass jeder von ihnen eine Herzfrequenz von mehr als 130 Schlägen in der Minute hatte", sagte Hood weiter. "Wir können von Glück reden, dass wir nicht 38 Tote eingeschlossen in dem Lastwagen gefunden haben." Einem Bericht des Lokalsenders KENS5 zufolge, befanden sich unter den Toten auch zwei Kinder.

Polizei in Texas entdeckt Lkw mit acht Toten und mindestens 30 Verletzten
tagesschau 15:00 Uhr, 23.07.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

San Antonio ist etwa 240 Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt. Jedes Jahr versuchen Tausende, illegal die Grenze zu überqueren. Die Zahl der Neuankömmlinge ist in den ersten Monaten nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump gesunken.

Im Juni 2017 griffen die Behörden an der Grenze zu Mexiko 16.000 Menschen auf, 53 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Über dieses Thema berichtete am 23. Juli 2017 die tagesschau um 15:00 Uhr und die tagesthemen um 23:30 Uhr.

Darstellung: