Nach Interpolwarnung vor Terroranschlag US-Botschaften bleiben geschlossen

Stand: 05.08.2013 11:59 Uhr

Die Sorge der USA vor einem Terroranschlag auf eine US-Vertretung im Ausland bleibt bestehen: Das Außenministerium verlängerte die verfügten Botschaftsschließungen und weitete sie teilweise aus.

Bis mindestens zum 10. August bleiben diplomatische Einrichtungen in Ägypten, Jordanien, Libyen, Jemen, Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain, Sudan, Oman und Dschibuti geschlossen. Auch die Vertretungen im afrikanischen Burundi, Ruanda, Madagaskar und Mauritius arbeiten nicht. Wieder geöffnet wurden dagegen die Vertretungen in Bagdad, Irbil und Basra im Irak sowie Kabul, Herat und Masar-i-Scharif in Afghanistan. Außerdem werden die Vertretungen in Algerien, Mauretanien und Bangladesch geöffnet.

Soldaten kontrollieren ein Fahrzeug auf der Zufahrtsstraße zur US-Botschaft im Jemen. (Bildquelle: dpa)
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Erhöhte Terrorgefahr: Soldaten kontrollieren ein Fahrzeug auf der Zufahrtsstraße zur US-Botschaft im Jemen.

Am Sonntag waren mindestens 25 diplomatische Vertretungen der USA in Afrika und Nahost aus Furcht vor islamistischen Anschlägen geschlossen geblieben. Deutschland, Frankreich und Großbritannien schlossen ihre Botschaften im Jemen. Die deutsche Botschaft bleibt dort mindestens heute noch geschlossen, die britische bis zum Ende des Opferfestes am kommenden Wochenende.

"Verpflichtung unsere Mitarbeiter zu beschützen"

US-Außenministeriumssprecherin Jen Psaki erklärte die Maßnahme mit "höchster Vorsicht". Die Vorkehrungen seien aber nicht "Ergebnis eines neuen Hinweises auf eine Bedrohung". Die Schließung der Botschaften und Konsulate sei vielmehr "ein Zeichen unserer Verpflichtung, vorsichtig zu sein und die angemessenen Schritte einzuleiten, um unsere Mitarbeiter und Besucher unserer Einrichtungen zu schützen."

USA schließen Botschaften wegen Terrorgefahr
tagesschau 20:00 Uhr, 04.08.2013, Marion Schmickler, ARD Washington

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Abgefangene Gespräche zwischen Al-Kaida-Anführern

Nach Angaben von US-Abgeordneten gehen die Warnungen auf abgefangene Gespräche zwischen Al-Kaida-Anführern zurück. "Wir haben die Information erhalten, dass hochrangige Al-Kaida-Anhänger auf der arabischen Halbinsel über große Anschläge geredet haben", sagte der demokratische Abgeordnete Dutch Ruppersberger, der im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sitzt. Die Vorbereitungen der Anschläge seien demnach bereits im Gange.

Der Republikaner Saxby Chambliss, der wie Ruppersberger im Geheimdienstausschuss sitzt, sprach von konkreten Plänen einzelner Terroristen, die mit denen vor den Anschlägen auf die USA im September 2001 vergleichbar seien. Auch der Vorsitzende des Heimatschutz-Ausschusses im Repräsentantenhaus, Michael McCaul, sprach von einem möglicherweise "unmittelbar bevorstehenden" Anschlag. Dieser könnte nach seinen Worten mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammenfallen.

Die internationale Polizeibehörde Interpol hatte eine globale Warnung vor erhöhter Terrorgefahr herausgegeben. Sie verwies dabei auf jüngste Massenausbrüche mutmaßlicher Extremisten aus Gefängnissen in Libyen, Pakistan und dem Irak.

Höchste Alarmstufe in Islamabad

Inzwischen wurde auch die pakistanische Hauptstadt Islamabad in höchste Alarmbereitschaft versetzt, weil ein massiver Anschlag der Taliban befürchtet wird. "Wir haben eine sehr spezifische Bedrohung", sagte Polizeichef Sikandar Hayat. Extremisten würden planen, "neuralgische Gebäude" auf der Constitutional Avenue am Fuß der Margalla-Hügel anzugreifen, erklärte. Dort befinden sich der Präsidentenpalast und die Büros des Premierministers.

Noch ist unklar, ob die Pläne der pakistanischen Taliban im Zusammenhang mit dem internationalen Terroralarm stehen.

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