Deutsches Generalkonsulat in Istanbul | Bildquelle: REUTERS

Terrorwarnung Deutschland schließt Vertretungen in der Türkei

Stand: 17.03.2016 09:14 Uhr

Die deutsche Botschaft in Ankara bleibt wegen einer Terrorwarnung heute geschlossen. Laut Auswärtigem Amt gilt das auch für das Konsulat und die deutsche Schule in Istanbul. Zu dem Anschlag in Ankara bekannte sich inzwischen eine PKK-Splittergruppe.

Die Sicherheitslage in der Türkei bleibt angespannt: Nach dem Anschlag in Ankara am Sonntag ist in der Hauptstadt die deutsche Botschaft geschlossen worden. Zudem bleiben in Istanbul das deutsche Generalkonsulat und die deutsche Schule heute zu. Es handele sich um einen "nicht abschließend überprüfbaren Warnhinweis", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Bedrohungslage habe sich im Vergleich zu den vergangenen Tagen nicht geändert.

Menschen sollen Umgebung meiden

In Istanbul forderte das Konsulat Bundesbürger auf, die Umgebung des Generalkonsulats zu meiden. Die diplomatische Vertretung liegt in der Nähe des Taksim-Platzes. Die deutsche Schule ist etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie entfernt an der Fußgängerzone Istiklal Caddesi.

Kurdenorganisation bekennt sich zu Anschlag in Ankara

Ein Selbstmordattentäter hatte im Januar in Istanbul zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz "Islamischer Staat" zugerechnet. In Ankara waren am Sonntag bei einem Anschlag 37 Menschen getötet worden. Die Regierung machte kurz nach dem Attentat die kurdische Arbeiterpartei PKK für diese Tat verantwortlich.

Jetzt hat sich die extremistische Kurdenorganisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu dem Anschlag bekannt. Die TAK wird dem Umfeld der PKK zugerechnet. Der Angriff in der türkischen Hauptstadt vom Sonntag sei eine Vergeltung für das Vorgehen der türkischen Truppen gegen die Kurden im Südosten der Türkei gewesen, erklärte die Gruppe in einem auf ihrer Internetseite veröffentlichten Bekennerschreiben.

Die Deutsche Botschaft in Ankara hatte Bundesbürger bereits am Dienstag vor neuen Anschlägen in der Hauptstadt gewarnt. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte am Mittwoch an, demokratische Werte nun dem Kampf gegen den Terrorismus unterzuordnen und Terroristen künftig mit der "Eisenfaust" zu bekämpfen.

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