Weihnachtsmarkt am 16. Dezember 2016 in Ludwigshafen | Bildquelle: picture alliance / Markus Prossw

Prozess in Wien Neun Jahre Haft für IS-Anhänger

Stand: 13.04.2018 20:55 Uhr

Ein 19-jähriger IS-Anhänger ist in Wien zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Er soll unter anderem einen damals Zwölfjährigen zu einem Anschlag auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt angestiftet haben.

Im Wiener Terrorprozess um zwei geplante Anschläge in Deutschland ist ein 19 Jahre alter Angeklagter zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 19-Jährige beim Anschlagsversuch eines damals Zwölfjährigen auf den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen eine aktive Rolle gespielt hat.

Bombe detonierte nicht

Im November 2016 hatte der Junge, mit dem der Angeklagte in engem Kontakt stand, das Selbstmordattentat geplant. Die Bombe detonierte aber nicht. Der heute 14-Jährige, zum Tatzeitpunkt nicht strafmündig, war im Prozess als Zeuge geladen. Er betonte, er habe das Attentat ohne zusätzliche Motivation durch den 19-Jährigen versucht.

Außerdem sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Verurteilte versucht hatte, eine damals 15-Jährige zu einem gemeinsamen Anschlag auf die US-Militärbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein zu überreden.

Anstiftung zum Mord

Das Urteil erging wegen versuchter Anstiftung zum Mord und Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Der Verurteilte hatte Reue gezeigt. "Ich habe einen Riesenmist gebaut, dafür gibt es keine Entschuldigung." Ihm drohte eine Höchststrafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis.

Der Österreicher mit albanischen Wurzeln hatte sich zu Beginn des Prozesses zu seiner Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS bekannt. Er unterzog sich in der Untersuchungshaft Maßnahmen zur Deradikalisierung, ist aber nach eigenen Worten "nicht komplett geheilt".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2018 um 03:00 Uhr.

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